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Walzenkrug mit Adler und Reichsapfel

Ident. Nr.: 1887,843

ObjID: obj:2565415

Details (expert)

Creator/Entity
zugeschrieben: Fayencemanufaktur Cornelius Funcke, Berlin (1699 - 1747/67),
Hersteller*in
zugeschrieben: Fayencemanufaktur Gerhard Wolbeer, Berlin (1697 - 1764),
Hersteller*in
Date(s)
um 1715
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Berlin
Dimensions
Höhe x Breite: mit Deckel und Henkel 22,7 x 15 cm
Höhe x Durchmesser: ohne Deckel 17,8 x 10,5 cm

Object Description

Eine Beschreibung des Krugs findet sich im Kat. KGM 1976, Fayencen, Kat. Nr. 59: "Walzenkrug mit Henkel und Zinnmontierung. Am Boden Drahtrillen und Glasurfleck. Die Schauseite zeigt den in Blau gemalten preußischen (?) Adler auf gegittertem Postament, in der rechten Klaue den Reichsapfel, sonst jedoch ohne die zugehörigen Requisiten Krone und Szepter. Schnabel und Krallen des Vogels gelb. Seitlich des Adlers am Rand in der Fußzone stilisierte Pflanzenmotive nach Delfter Vorbild, begrenzt durch feine, umlaufende Doppel- und Dreifachlinien. In das Deckelinnere ist die Berliner Stadtbeschau in Gestalt des Bärenschildes geschlagen, begleitet von der zweimal gestempelten Marke des Meisters CHB mit einem Schwan, der seine Jungen füttert."
Das Adlermotiv und das Berliner Beschauzeichen haben zu einer Zuschreibung des ungemarkten Krugs nach Berlin geführt. Im zitierten Katalog von 1976 wird der Krug der Fayencemanufaktur Cornelius Funcke zugeschrieben, doch ist auch eine Ausführung in der zweiten erfolgreichen Berliner Manufaktur, Gerhard Wolbeer, denkbar. Wolbeer war kurfürstlicher Lakai, hatte 1697 die holländische Fayenceunternehmerin Anna Molin, Witwe des ersten Berliner Fayenciers, geheiratet, leitete seit 1699 den Betrieb und verfügte über gute Verbindungen zum Berliner Hof.

Lit.: Kat. Fayencen, Kunstgewerbemuseum Berlin 1976, Kat.nr. 59; Kat. "Herrliche Künste und Manufacturen", Kunstgewerbemuseums Berlin 2001 (nicht dieses Stück).

ClKa / MAKR

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa