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Schleifkanne einer Zunft

Ident. Nr.: 1879,274

ObjID: obj:2565454

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Georg Hentz (1619 - 1663),
Zinngießer*in
Date(s)
1638
Material / Technique
Zinn, gegossen, graviert
Dimensions
Höhe: 49,5 cm

Object Description

Kanne mit drei sitzenden Löwen auf den mit Reliefguss verzierten Volutenfüssen. Auf dem Mantel in reicher Gravierung ein Zunftwappen, rechts und links Greifen, zwei Putten und zwei Krieger. Darüber und darunter Tafeln mit Inschriften von 1638, zwei Ritter zu Pferde, ein lagerndes Kamel und eine Bärenjagd in Ranken. Auf dem Deckel die vergoldete Figur eines Greifen (verloren). Im Boden der Doppeladler in Blattkranz, im Deckel eine kleine Rosette und auf dem Deckeldrücker Blattwerk in Reliefguss. (Hintze VII, Nr. 1240)

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa