Logo

Große Schüssel mit Blumenmalerei

Ident. Nr.: 1882,948

ObjID: obj:2566658

Details (expert)

Date(s)
um 1760
Geographical references
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 6 x 41 cm

Object Description

Auf rundem Standring, leicht gemuldete Form mit leicht ansteigender Fahne. Das Modell -- der gescheifte und profilierte Tellerrand -- orientiert sich an silbernen Vorbildern. Blumendekor in Gelb, Blau, Violett und Grün. Auf der Rückseite Marke in Violett "F Lü". Das Stück ist mehrfach gekittet.
Die Marke wurde bisher nicht entschlüsselt. Auf der Inventarkarte wird vermutet, der Teller sei aufgrund der Marke "F Lü" von "Lücke in Berlin" gefertigt worden. Ist damit die Berliner Fayencemanufaktur des Carl Friedrich Lüdicke (d.Ä. bzw. d.J.) gemeint, so erscheint das nicht plausibel. Die Berliner Manufaktur Lüdickes hat von 1756 bis et 1778/79 bestanden und wenn, dann vermutlich mit "B L" gemarkt. (Carl Friedrich Lüdicke d.J. sollte ab 1770 die Rheinsberger Fayence- und Steingutmanufaktur betreiben.) Der Buchstabe "F" wurde zwar von der Berliner Fayencemanufaktur Cornelius Funcke verwendet, doch dies nur selten und im ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts - eine Zuschreibung an Funcke scheidet, u.a. aus stilistischen Gründen, aus.
Lit.: Otto Riesebieter: Die deutschen Fayencen des 17. und 18. Jahrhunderts, 1921, S. 180; Bruckmanns Fayence-Lexikon, 1981, S. 34 und S. 246 f.; Peibst / Mauter 1994, S. 91; Kat. Berlin 2001: Herrliche Künste und Manufacturen, S. 32;
ClKa

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR