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ikembe

Ident. Nr.: VII f 48

ObjID: obj:258056

Details (expert)

Creator/Entity
Richard Campbell (*21.02.1932),
Sammler*in
Systematics/Type
Geographical references
Ruanda,
Land
Material / Technique
—
Acquisition
Ankauf 1974

Object Description

Das vorliegende Exemplar eines boxresonierten Lamellophons aus Ruanda, unter der Bezeichnung "ikembe", wurde mit Sicherheit im Touristenhandel gekauft und von keinem Musiker gespielt. Die Hersteller kopierten auch nur optisch das Modell einer "ikembe", alle wesentlichen identifizierenden Merkmale sind vorhanden: der U-förmige Steg, der Druckbalken, der hölzerne Rückenpolster, acht Lamellen aus Fahradspeichen, die Rasselringe um die Lamellen geschlungen, die charakteristische Form des Resonators mit dem Ausschnitt; ja sogar auf die beiden Resonanzlöcher, eines auf der Hinterseite, eines auf der dem Musiker zugewandten Schmalseite, hat der Hersteller nicht verzichtet.

Alles wurde genau kopiert, aber als Musikinstrument ist das Exemplar nicht brauchbar; aus verschiedenen Gründen: die Lamellen sind nicht sorgfältig genug gearbeitet, der Resonator ist im Gegensatz zur Herstellungstechnik der Experten nicht aus einem Sück ausgehöhlt, sondern - im vorliegenden Fall sogar bei quergestellter Holzmaserung - aus einem Rahmen mit oberer und unterer Deckwand zusammengenagelt. Das Rückendeckloch ist nur für einen Linkshänder spielbar, es befindet sich im falschen Feld des Rückens, ist daher für den mittleren Zeigefinger der linken Hand nicht erreichbar. Klanglich ist es als Vibratoloch wirkungslos.
Das Holz des zusammengenagelten Resonators ist mit schwarzer Schuhputzcreme eingefärbt, um dem Ganzen eine „authentische" - aus der Kunstfälscherei abgeschaute - Farbe zu geben.



aus: Gerhard Kubik: Kalimba, Nsansi, Mbira - Lamellophone in Afrika. Berlin 1998, S. 194.

Last updated: 21.08.2026

Contact

Institution:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.