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Deutschnationaler Handlungsgehilfen-Verband

Ident. Nr.: 2673390

ObjID: obj:2673390

Details (expert)

Involved
Carl Langhein (29.02.1872–26.06.1941),
Entwerfer*in
Kunstdruckerei Künstlerbund Karlsruhe (01.05.1872 -),
Drucker*in
Dating
1914
Geographical references
Material / Technique
Dimensions
Höhe x Breite: 72,5 x 52,3 cm

Object Description

1893 gründeten Anhänger des christlich-sozialen Predigers Adolf Stoecker in Hamburg den Deutschen Handlungsgehülfen-Verband, der Interessen kaufmännischer Angestellter vertreten sollte. Von völkischem und antisemitischem Gedankengut geprägt, verlieh der Verein seiner Gesinnung durch die Umbenennung zu "Deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband" (kurz DHV) 1896 auch namentlich Ausdruck. Der DHV beschrieb sich als „aus dem Antisemitismus heraus geboren“, unterstützte antifeministische Aktivitäten und agierte gegen die Sozialdemokratie. Juden und Frauen waren nicht als Mitglieder zugelassen. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs war der DHV mit rund 1300 Ortsgruppen und 150.000 Mitgliedern eines der wichtigsten Organe zur Verbreitung reaktionärer deutschnationaler Ideen in Angestelltenkreisen. Seine weitere Erstarkung in der Weimarer Republik trug zur ideologischen Wegbereitung des Nationalsozialismus bei. Carl Langbein, der Gestalter dieses Plakats von 1914, visualisiert die Gesinnung des deutschnationalen Verbandes auf verschiedenen Ebenen: das Schwarz-Weiß-Rot der Umrandung zitiert die Flagge des kaisertreuen Deutschen Reichs, keltische Ornamente verweisen auf Nordisch-Völkisches, strenge (vom Werkbund geprägte) Ordnung im Bildaufbau verbildlicht Kontrolle, und die vorpreschenden Schiffe stehen für imperialistischen Drang unter Beanspruchung des Fortschrittsgedankens - unterstrichen von einem kräftigen "Allzeit voran" unter dem Akronym D.H.V. in der mittig gesetzten Plakette. Als etablierter und gut vernetzter Künstler hielt der in Hamburg geborene Langhein nach diesem Auftrag engen Kontakt zum DHV: Er publizierte bis 1920 regelmäßig im Jahrbuch des Verbands. Das Plakat von 1914 existiert in zwei Varianten in der Sammlung der Kunstbibliothek: ein Druck "avant la lettre", und einer mit aufgedrucktem Text in "altdeutscher" Schrift. (Text: Christina Thomson)

Last updated: 04.05.2026

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Kunstbibliothek