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Zierteller mit Salamander

Ident. Nr.: 1898,16

ObjID: obj:2960395

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Alexandre Bigot (05.11.1862–27.04.1927)
Date(s)
Ausführung: um 1898
Geographical references
Entstehungsort: Paris
Material / Technique
Steinzeug mit Laufglasur
Dimensions
Durchmesser: 23,3 cm

Object Description

Der Spiegel des Tellers ist mit einer dickflüssigen, braungelblichen Glasur versehen, aus der zum Rand hin ein plastischer Salamander, wie aus einem Teich, emportaucht. Der lange Schwanz berührt den gegenüberliegenden Rand. Der Teller ist ein besonders gelungenes Beispiel einer Verbindung von Laufglasuren mit plastischer Gestaltung. Alexandre Bigot war gelernter Chemiker. Die Begegnung mit chinesischen Porzellanen mit Laufglasuren auf der Pariser Weltausstellung von 1889 initiierte seine Hinwendung zur Keramik. Bigots Glasuren wurden in damaligen Ausstellungskommentaren vielfach für ihre malerische Wirkung gelobt. Erworben wurde der Teller vom Kunstgewerbemuseum im Jahr 1898 im "Hohenzollern-Kunstgewerbehaus" von Hermann Hirschwald in Berlin. Eine formgleiche Variante mit grünlicher Laufglasur befindet sich im Bayerischen Nationalmuseum, München (Sammlung Wichmann) // Claudia Kanowski

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa