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Schaugericht "Eiersalat"

Ident. Nr.: 2022,2

ObjID: obj:2999516

Details (expert)

Creator/Entity
Herstellung: Sonngard Marcks (1959-),
Künstler*in
Date(s)
Ausführung: 2019
Geographical references
Entstehungsort: Braunschweig
Material / Technique
Fayence mit Inglasurmalerei
Dimensions
Durchmesser: 31 cm

Object Description

Runder Teller, weiß glasiert, an der Fahne in Inglasurmalerei Insekten und Blüten. Plastisch modelliert und eingeklebt sind vier Kohlrabiköpfe und drei Eierhälften. // Zitat aus: Claudia Kanowski: Flora, Fauna, Fabelwesen. Malerei auf Keramik. Grita Götze, Heidi Manthey, Sonngard Marcks, Ausst. Kat. Berlin (Kunstgewerbemuseum) 2020, S. 8: "Eine Besonderheit ihres [Sonngard Marcks'] Schaffens sind die Schaugerichte, bei denen gemalte Dekore und plastische Gestaltung ineinander übergehen. Marcks knüpft damit an die sinnesfrohe Tafelkutur des Barock an. Die Vielfalt der Schöpfung in ihrer Schönheit, aber auch Fragilität und Vergänglichkeit zu begreifen und darzustellen, ist ein Grundgedanke der Barockzeit, der gerade heute hoch aktuell erscheint. Mit ihren Keramiken und Grafiken übersetzt Sonngard Marcks diesen Gedanken in die Gegenwart und macht ihn sinnlich erfahrbar." // Vgl. auch Claudia Kanowski: Sonngard Marcks. Nahsicht auf Natur in Zinnglasur. Fayencen und Grafiken der Künstlerin in einer Zusammenschau mit Werken von Heidi Manthey und Grita Götze im Berliner Kunstgewerbemuseum Schloss Köpenick, in: Keramos 253/254 (2021), S. 141-148// ClKa

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa