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Leichenzug

Ident. Nr.: I D 3547 a-f

ObjID: obj:3207600

Details (expert)

Involved
Max August Scipio von Brandt (8.10.1835 - 24.8.1920),
Sammler*in
Dating
Qing (Mandschu) –Dynastie (Ende), vor 1878
Geographical references
China,
Land
Material / Technique
Holz; Keramik; Haar; Pflanzenfaser; Metall; Papier
Dimensions
Objektmaß: 30 x 44 x 150 cm
Gewicht: ca. 18 kg (geschätzt)
Objektmaß: Glashaube 63 x 159,5 x 49,5 cm (Lagermaß)

Object Description

Modell eines Leichenzuges mit 71 Figuren, 1 große und 1 kleine Tragbahre, 1 Pferd. Dieses Modell I D 3547 a gehört zusammen mit I D 3547 b.

 

Die chinesischen Bestattungsrituale umfassen eine Reihe von Traditionen, die weitgehend mit der chinesischen Volksreligion verbunden sind und je nach Alter des Verstorbenen, der Todesursache sowie dem Familienstand und der sozialen Stellung des Verstorbenen unterschiedliche Rituale beinhalten. Wesentlicher Bestandteil ist der Leichenzug (發引 fā yǐn), die Überführung des Leichenwagens in einer Prozession zur Grabstätte oder zum Krematorium. Die Tradition sieht vor, dass der älteste Sohn oder Enkel des Verstorbenen die Prozession anführt und dabei ein großes Porträt des Verstorbenen und den Weihrauchbehälter trägt. In der Regel begleitet ihn eine gemietete Band, die einem Spielmannszug ähnelt und laute Musik spielt, um Geister und Gespenster zu verscheuchen. Die Familie trägt Trauerkleidung und geht hinter der Kapelle. Nach der Familie folgt der Leichenwagen oder die Sänfte mit dem Sarg. Der Sarg ist in der Regel mit einem großen Porträt des Verstorbenen geschmückt, das an der Windschutzscheibe hängt. Freunde und Bekannte vervollständigen die Prozession.

Die Größe der Prozession hängt vom Wohlstand des Verstorbenen und seiner Familie ab. Die Söhne und Töchter tragen schwarze und weiße Trauerkleidung und gehen in der ersten Reihe des Zuges. Die Schwiegertöchter folgen und tragen ebenfalls schwarze und weiße Kleidung. Enkel und Enkeltöchter tragen blaue Trauerkleidung. Oft werden professionelle Trauernde angeheuert, die dafür bezahlt werden, zu weinen und zu klagen, um die Prozession zu füllen.

Last updated: 16.03.2026

Contact

Institution:

Ethnologisches Museum