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Schüssel, Fragment

Ident. Nr.: 10678 b

ObjID: obj:3245511

Details (expert)

Creator/Entity
Wiegand, Theodor (30.10.1864 - 19.12.1936),
Vorbesitzer*in
Date(s)
Datierung: spätes 13. Jahrhundert/14. Jahrhundert
Systematics/Type
Material / Technique
Keramik
Dimensions
Länge: 13,2 cm (laut Inventarbuch)
Durchmesser: Rand (zus. mit a) 16,8 cm
Höhe: erhalten 5,45 cm
Wandungsstärke: max. 0,9 cm
Acquisition
Im Frühjahr 1935 von Theodor Wiegand geschenkt.

Object Description

Fünf Fragmente eines Gefäßes (a + b), vier davon aneinanderpassend und geklebt (a).
Unterhalb der Randlippe sind zwei umlaufende Linien eingeritzt, eine weitere am Umbruch. An der unteren Linie hängen offene, mit einem breiten Instrument gekratzte Dreiecke auf die Wandung hinab. Sie sind mit feineren Spiralen gefüllt.
Im Victoria and Albert Museum werden zwei Schalen aufbewahrt, die wohl aus derselben Werkstatt kommen. Ein Gefäß mit ähnlicher Form und Verzierung wurde auch in Chersonesos gefunden.
Lit.: Beate Böhlendorf-Arslan, Spätantike, byzantinische und postbyzantinische Keramik, mit einem Beitrag zur Geschichte der Sammlung von Gabriele Mietke, (Spätantike - frühes Christentum - Byzanz, Kunst im Ersten Jahrtausend, Reihe A: Grundlagen und Monumente, Band 3), Wiesbaden 2013, S. 348, Kat. 827.

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.