Logo

Deckel eines Pokals mit Spitzblattdekor

Ident. Nr.: Id 857

ObjID: obj:3288460

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Date(s)
Ausführung: 1710-1730
Geographical references
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 8,7 x 10,8 cm
Durchmesser: 9 cm (Auflegerand)
Wandstärke: 0,25 cm

Object Description

Deckel für einen Becher oder Pokal aus sehr reinem, etwas gelbstichigem, farblosem Glas, Abriss innen, Rand gekehlt, darüber ein Fries aus geblänkten Kugelungen, die gewölbte Schulterwandung ist zum Knaufansatz mit einem versenkten und mattierten Spitzblattfries verziert. Angesetzt ist ein kleiner Massivbaluster als Knauf, ebenfalls mit Spitzblattdekor. Formal ist dieser Deckel der Potsdamer Glashütte zuzuschreiben. Er weist die charakteristischsten Dekorelemente dieser Manufaktur auf, den Kugel- sowie den Spitzblattfries. Zeitlich lässt er sich in die Jahre 1710 bis 1730 einordnen (vgl. verwaister Deckel im Potsdam Museum, Inv.-Nr. AK-2018-18, publiziert im Themenportal "Brandenburgisches Glas" auf museum-digital.de; Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 171). [Verena Wasmuth]
MAKR

Last updated: 22.06.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR