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Schwarz-weiße Schale (Unikat)

Ident. Nr.: 2024,5

ObjID: obj:3586597

Details (expert)

Creator/Entity
Herstellung: Bärbel Thoelke (1938-),
Künstler*in
Ausführung: Wiener Porzellanfabrik Augarten (1922-)
Date(s)
Ausführung: 2018
Geographical references
Entstehungsort: Berlin
Entstehungsort: Wien
Dimensions
Höhe: 10,5 cm
Durchmesser: 16,5 cm (oben)

Object Description

Schale, unten kugelförmig, nach oben hin mit leicht ausgestelltem Rand. // Die Wandung besteht aus drei übereinandergelegten Schichten von weißen und schwarzen Porzellanmassen. Dafür wandte die Künstlerin eine besondere, von ihr selbst entwickelte Fadengusstechnik an, bei der sie die durchgefärbten Porzellanmassen in die Gipsform eingießt, trocknen lässt und das Verfahren dann wiederholt. Während bei anderen Schalen dieser Machart die Wandung durchbrochen ist, ist hier die Besonderheit, dass noch eine dritte, innere Schicht eingegossen wurde, so dass ein Wechsel von Weiß-Schwarz-Weiß entsteht. Die Wandung ist außen fein poliert, innen glasiert. // Neben ihrer Ateliertätigkeit hat Bärbel Thoelke mit verschiedenen Porzellanmanufakturen zusammengearbeitet, darunter Meißen, jedoch weitgehend Unikate oder limitierte Auflagen geschaffen. Die Zusammenarbeit mit der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten ging auf die Initiative der Berliner „Galerie Arcanum“ (Andreas Schütte und Reiner Münchow), erstmals im Jahr 2013, zurück. Die Schale des Kunstgewerbemuseums datiert aus dem Jubiläumsjahr 2018 - 300 Jahre Wiener Porzellan. Die goldene Binnenschild-Marke wurde ausschließlich für diese Unikatedition des Jahres 2018 aufgebracht. Thoelke arbeitete mit Wiener Porzellanmassen, deren Transluzenz sie durch die Fadengusstechnik besonders zur Geltung bringt. // Klare Formen und die Arbeit mit gefärbten Massen kennzeichnen das keramische Schaffen von Bärbel Thoelke. Dabei entwickelt sie eine Idee kontinuierlich weiter und legt zugleich eine große Experimentierfreude und größtes handwerkliches Geschick an den Tag. Im Bestand des Berliner Kunstgewerbemuseums befinden sich bereits etliche Arbeiten aus früheren Schaffensphasen von ihr. // Claudia Kanowski

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa