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Ident. Nr.: N (74 F) 66/2024

ObjID: obj:3627547

Details (expert)

Dating
Aufnahmezeitraum: 1900
Geographical references
Material / Technique
Ferrotypie, Blech
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 8,3 x 6 x 0,2 cm
Gewicht: 15 g

Object Description

Hochformat, Unikat. Gruppenporträt, das 2 Personen zeigt. Die Bosco-Ferrotypie ist in sehr schlechtem Zustand. Links stehend ein junger Mann bzw. ein Junge in dunkler Kleidung mit weißem Hemdkragen und kurzen Haaren, das Gesicht ist kaum zu erkennen. Zu seiner rechten stehend vermutlich eine junge Frau /ein Mädchen in einem hellen Kleid. Auch ihr Gesicht ist kaum mehr zu erkennen. Es könnte sein, dass die beiden dargestellten Personen auch auf der Bosco-Ferrotypie N(74 F) 64/2024 zu sehen sind (dort eindeutig als Kinder zu identifizieren). Vermutlich monochromer Hintergrund. Die Fotografie wird umrahmt von einem in der Höhe abgesetzten, goldenen Rand, auf dem neben schwarzer Ornamentik in den Ecken auch der Text (von oben im Uhrzeigersinn) „Conrad Bernitt – Automatisch hergestellt – Hamburg. – Photographie Automat „Bosco“ zu lesen ist.

Auf der Rückseite aufgedruckt ist eine Darstellung des Bosco-Automaten sowie die Darstellung einer Frau, die gerade vor dem Automaten eine Aufnahme von sich macht. Darüber der Schriftzug „Neueste Erfindung“. Neben der Darstellung die Aufschrift „Dieses mechanische Kunstwerk liefert Jedem nach Einwurf der vorgeschriebenen Münze seine Photographie mit Rahmen nach ca. 3 Minuten“. Auf dem Rand aufgedruckt (im Uhrzeigersinn): „Alleiniger Fabrikant u. Erfinder - D.R. Patent - Conrad Bernitt, Hamburg -. Eilbeckerweg 35.“
Der Voder- und Rückseitige Aufdruck ist identisch mit jenen der unter N (74 F) 64/2024 inventarisierten Bosco-Ferrotypie.

Bosco-Ferrotypien sind eine frühe Form der Automatenfotografie. Dies war möglich, da der Bildträger – das mit Lack beschichtete Eisenblech -  durch die Mulde gleichzeitig als Wanne für die Entwicklungs- und Fixierflüssigkeit diente. Die Bleche befanden sich in einem vom Hamburger Conrad Bernitt erfundenen und 1890 zum Patent angemeldeten Automaten. Durch Zahnräder wurde das Plättchen nach dem Belichten weitertransportiert. Die Entwicklung der Fotografie dauerte circa 3 Minuten, wobei das Plättchen im Anschluss noch trocknen musste. Solche Automaten waren um 1900 auf Jahrmärkten oder anderen Vergnügungsorten wie dem Münchner Löwenbräu-Keller beliebt. Der Erfinder Conrad Bernitt gab dem Automaten den Namen „Bosco“ und spielte damit auf den Zauberkünstler Bartolomeo Bosco an, der aus Italien stammend in ganz Europa (und in seiner Wahlheimat Dresden) bekannt war. Über die dargestellten Personen und die Herkunft der hier vorliegenden Bosco-Ferrotypie ist nichts bekannt. Die Umverpackung aus Pappe, in welcher die Bosco-Ferrotypie geschützt transportiert werden konnte, ist nicht erhalten.

Last updated: 29.06.2026

Contact

Institution:

Museum Europäischer Kulturen

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Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.