Logo

Ident. Nr.: N (74 F) 3/2025

ObjID: obj:3753512

Details (expert)

Date(s)
Fotografische Aufnahme: 1870/1900
Systematics/Type
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Maine, USA
Dimensions
Gewicht: 84 g
Höhe x Breite x Tiefe: 4,5 x 9,2 x 2,5 cm

Object Description

Miniaturfotoalbum im Querformat mit rotbraunem Ledereinband und goldgeprägtem Druck „GEM ALBUM“ auf Vorder- und Rückseite sowie Blumenornamentik. Auf dem Buchrücken die goldene Prägung "ALBUM". An der rechten Seite eine Schließe aus Metall. Innen pro Seite jeweils 2 ovale Aussparungen, darin jeweils ein Studioporträtfoto (Kopf oder Schulterporträt) von diversen Personen unterschiedlichen Alters (Männer, Frauen, Kinder). Auf der letzten Seite ist auch eine Person of Color abgebildet. Insgesamt befinden sich 48 Porträts in Album, somit ist es vollständig gefüllt. Teilweise sind die Fotografien nachträglich coloriert (rote Wangen). Auf der letzten Seite ein eingeklebter, brauner Zettel mit der handschriftlichen Notiz „Uella Buckler“. Rechts oben auf der gleichen Seite mit Bleistift die Buchstaben VD.

Das Fotoalbum stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Der auf der letzten Seite eingeklebte Name könnte ein Hinweis auf die ursprüngliche Besitzerin sein.
Solche Miniaturalben wurden extra für Ferrotypien im kleinsten Format, auf Englisch „Gem“ genannt (dt. Gemme), angefertigt. Bereits 1863 wurde von James E. Treat in Boston, MA das erste Patent für ein solches Album eingereicht. Das hier vorliegende Album stammt von Abraham Taber & Brothers, einem Unternehmen in New Bedford, MA, das sich auf Kunstdrucke, Lichtdrucke sowie Zubehör wie Bilderrahmen und Fotoalben spezialisierte.
Für diese Miniaturalben ließ man eine Serie an Porträts anfertigen mit einer speziellen Kamera, die mehrere Linsen besaß. Nacheinander wurde so jeweils ein Porträt in Serie gemacht, so dass die Porträts einer Serie leicht variieren, siehe ein Bogen mit tintype/Gem-Porträts im National Museum of American History, https://americanhistory.si.edu/collections/object/nmah_1325530 ). Diese kleinen Porträts auf einem Blechbogen konnten dann ausgeschnitten werden. Als Blech-Ferrotypien waren sie jeweils Unikate. Sie waren sehr kostengünstig (oftmals 1, bzw. 2 cent pro Bild) und somit für viele Menschen und Jugendliche erschwinglich. Sie wurden von Erwachsenen, vor allem aber auch von Kindern und Jugendlichen untereinander getauscht und in solchen kleinen Alben aufbewahrt. Ihr besonderer Reiz liegt in ihrer geringen Größe, die auch an Miniaturporträtmalerei (u.a. für Schmuckstücke) erinnert.


Last updated: 31.08.2026

Contact

Institution:

Museum Europäischer Kulturen

Additional items from the collections