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Ident. Nr.: N (74 F) 4/2025

ObjID: obj:3753523

Details (expert)

Date(s)
Fotografische Aufnahme: 1860/90
Geographical references
Material / Technique
Ferrotypie, Pappe, Samt, Glas
Dimensions
Gewicht: 156 g
Höhe x Breite x Tiefe: 12 x 9 x 1,6 cm

Object Description

Hochformat, Unikat, Gruppenporträt in schwarzem Etui mit eingestanzter Ornamentik auf der Vorder- und Rückseite, die Höhen vergoldet. An der rechten Seite oben und unten je eine Schließe.
Geöffnet auf der linken Seite ein Inlay aus gelbem Samt, in das Rocailleverzierungen eingeschnitten sind. Auf der rechten Seite in einem ovalen, goldenen Passepartout mit floraler Ornamentik das Gruppenporträt, welches drei Jugendliche zeigt. Mittig einer sitzend, die Hände verschränkt im Schoss, die Knöpfe der dunklen Jacke bis auf die obersten zwei geöffnet. Der Jugendliche schaut frontal den*die Betrachter*in an und trägt einen kleinen Hut. Die Beine sind überkreuz, die Schuhe vom Passepartout verdeckt. Er sitzt auf einem Stuhl, dessen Sitzfläche gepolstert und mit Stoff bezogen ist, die Lehne aus Holz ist geschnörkelt.  Ihm zur linken ein Jugendlicher in heller Hose, heller Weste und dunklem, langem Jackett; sein rechter Arm ist auf die Stuhllehne des sitzenden Jugendlichen gestützt. Zur rechten des sitzenden Jugendlichen ein weiterer Jugendlicher in dunklem Anzug, seine Gesichtszüge sind leicht unscharf. Seine Haare liegen in Wellen und sein länger als jene der Anderen. Seine rechte Hand steckt leger in der Hosentasche. Monochromer Hintergrund.

Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine).
Über die dargestellten Personen gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen.

Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte. 

Last updated: 31.08.2026

Contact

Institution:

Museum Europäischer Kulturen

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