Details (expert)
- Date(s)
- Fotografische Aufnahme: 1852/70
- Geographical references
- Material / Technique
- Ambrotypie in Etui, Samt, Metall, Leder
- Dimensions
- Gewicht: 57 gHöhe x Breite x Tiefe: 7,4 x 6,4 x 1,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3753526
Object Description
Hochformat, Unikat, Porträt in Etui. Das dunkelbraune Etui ist auf Vorder- und Rückseite mit geprägtem Muster verziert. An der rechten Seite mittig eine Schließe. Im aufgeklappten Zustand auf der linken Seite mit rotem Samt bezogen, in den florale Muster sowie Rocailles eingeschnitten sind. Auf der rechten Seite eingelegt die Ambrotypie mit einem goldenen Rahmen, der mit floralen Elementen geschmückt ist. Die Ambrotypie zeigt das Porträt einer Jugendlichen, die sitzend an einem Tisch dargestellt ist Sie trägt ein dunkles, langärmeliges Kleid mit enganliegendem Oberkörper und sehr weit ausgestelltem Rock. Am Hals ist ein kleiner, heller, gefältelter Stehkragen zu erkennen. An Ihrer rechten Hand ein Armband. Sie trägt ihr langes Haar mittig gescheitelt und am Hinterkopf mit einer Haarspange festgesteckt. Sie blickt frontal in die Kamera. Ihr rechter Arm ruht in ihrem Schoß, der linke Unterarm liegt auf dem Tisch, der mit einer mit Ornamenten verzierten Tischdecke versehen ist, auf. Die Wangen des Mädchens sind leicht rötlich koloriert. Der Hintergrund ist monochrom.
Das fotografische Verfahren der Ambrotypie (von ambros, gr. „unsterblich“) wurde 1851, d.h. 12 Jahre nach der Erfindung der Fotografie in Großbritannien von Frederick Scott Archer erfunden. Hierfür wird auf eine Glasplatte als Untergrund eine brom- oder jodsilberhaltige Kollodiumschicht (Kollodiumwolle, Ether und Alkohol) aufgebracht. Die so behandelte Platte wird anschließend ohne Lichteinfall in eine Lösung mit Silbernitrat gelegt und noch feucht in die Kassette einer Kamera eingelegt. Die Belichtung erfolgt direkt und umgehend auf die feuchte Platte, weshalb man auch von einem Kollodium-Nassverfahren spricht. Dies bedeutete auch, dass die Handhabung insbesondere außerhalb von Fotostudios schwierig war. Nach der Belichtung wurde die Glasplatte erneut im Dunkeln mit einer Eisensulfatlösung behandelt, wodurch die belichteten Partien der Glasplatte weißlich/silbrige wurden. Anschließend wird noch auf der Kollodiumschicht befindliches Silberiodid bzw. Silberbromid mit einer Natriumthiosulfatlösung ausgewaschen. In der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) zeichnet sich in der Ambrotypie auch hell ab. In der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) erscheinen erst dann dunkel, wenn man die entwickelte Glasplatte mit einer Schicht aus schwarzem Samt oder Papier hinterlegt. Das Verfahren erzeugt Unikate. Abzüge sind nicht möglich. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da das Glasnegativ durch die Unterlegung mit einem schwarzen Hintergrund als Positiv erscheint. Ambrotypien können als Vorreiter der Ferrotypien verstanden werden, deren Untergrund Eisenblech statt Glas ist. Um 1852 betrug die Belichtungszeit einer Ambrotypie circa 10 Sekunden.
Das fotografische Verfahren der Ambrotypie (von ambros, gr. „unsterblich“) wurde 1851, d.h. 12 Jahre nach der Erfindung der Fotografie in Großbritannien von Frederick Scott Archer erfunden. Hierfür wird auf eine Glasplatte als Untergrund eine brom- oder jodsilberhaltige Kollodiumschicht (Kollodiumwolle, Ether und Alkohol) aufgebracht. Die so behandelte Platte wird anschließend ohne Lichteinfall in eine Lösung mit Silbernitrat gelegt und noch feucht in die Kassette einer Kamera eingelegt. Die Belichtung erfolgt direkt und umgehend auf die feuchte Platte, weshalb man auch von einem Kollodium-Nassverfahren spricht. Dies bedeutete auch, dass die Handhabung insbesondere außerhalb von Fotostudios schwierig war. Nach der Belichtung wurde die Glasplatte erneut im Dunkeln mit einer Eisensulfatlösung behandelt, wodurch die belichteten Partien der Glasplatte weißlich/silbrige wurden. Anschließend wird noch auf der Kollodiumschicht befindliches Silberiodid bzw. Silberbromid mit einer Natriumthiosulfatlösung ausgewaschen. In der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) zeichnet sich in der Ambrotypie auch hell ab. In der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) erscheinen erst dann dunkel, wenn man die entwickelte Glasplatte mit einer Schicht aus schwarzem Samt oder Papier hinterlegt. Das Verfahren erzeugt Unikate. Abzüge sind nicht möglich. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da das Glasnegativ durch die Unterlegung mit einem schwarzen Hintergrund als Positiv erscheint. Ambrotypien können als Vorreiter der Ferrotypien verstanden werden, deren Untergrund Eisenblech statt Glas ist. Um 1852 betrug die Belichtungszeit einer Ambrotypie circa 10 Sekunden.
Last updated: 31.08.2026
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Institution:
Museum Europäischer Kulturen
Email:
mek@smb.spk-berlin.de