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Ident. Nr.: N (74 F) 9/2025

ObjID: obj:3753528

Details (expert)

Date(s)
Fotografische Aufnahme: 1870/1900
Geographical references
Material / Technique
Ferrotypie in Etui, Samt, Messingblech
Dimensions
Gewicht: 17 g
Höhe x Breite x Tiefe: 5,3 x 5 x 1 cm

Object Description

Hochformat, Unikat, Porträt in Etui. Das ovale Etui ist außen mit blauem Samt überzogen und hat an der rechten Seite eine Messingschließe. Im aufgeklappten Zustand auf der linken Seite mit weißem Stoff überzogen. Auf der rechten Seite eingelegt die Ferrotypie mit einem goldenen, ovalen Rahmen, um den eine weiße Zierbordüre geführt ist. Die Ferrotypie zeigt das Halbfigurporträt eines Mannes. Er trägt ein dunkles Jackett, ein weißes Hemd mit Klappkragen sowie eine dunkle Krawatte. Er trägt die Haare seitlich gescheitelt und hat einen ausgeprägten Backenbart. Der Hintergrund ist monochrom.

Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine).
Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Porträt ist ein klassisches Porträt seiner Zeit: Häufig wurden diese in Fotostudios aufgenommen. Ein gemalter Hintergrund fehlt in diesem Fall.
Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.

Last updated: 31.08.2026

Contact

Institution:

Museum Europäischer Kulturen

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