Details (expert)
- Date(s)
- Fotografische Aufnahme: 1870/90
- Systematics/Type
- Geographical references
- Herkunft (Allgemein): Maine, USA
- Material / Technique
- Ferrotypie auf dünnem Blechplättchen, Karton, geprägt
- Dimensions
- Gewicht: 7 gHöhe x Breite x Tiefe: 11,8 x 8 x 0,1 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3753533
Object Description
Hochformat, Unikat, Porträt. Die Ferrotypie zeigt einen älteren Mann mit Hut auf einer Bank sitzend. Er trägt eine helle Hose, sowie ein langes Jackett, ein weißes Hemd mit Stehkragen und Halsbinde sowie eine dunkle Weste. Er blickt die Betrachter*innen frontal an. Seine linke Hand ruht auf seinen überkreuzten Beinen. Sein rechter Arm ist leicht angehoben. Auf seiner rechten Hand sitzt ein Papagei im Profil. Zu seiner linken sitzt - ebenfalls auf der Bank - ein kleiner Hund. Auch dieser blickt die Betrachter*innen frontal an. Der Boden ist auf der Fotografie nicht zu erkennen. Eine schlichte Wand dient als Hintergrund. Während das Gesicht des Mannes scharf ist, sind sowohl der Hund als auch der Papagei leicht unscharf. Die Ferrotypie ist in ein zeittypisches Passepartout mit roten Verzierungen eingefasst.
Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen.
Das Porträt ist typisch für seine Zeit – Porträts mit Haustieren wie Hunden und Katzen sind auch in anderen Sammlungen erhalten (vgl. Anthony Cabo (2022): Love Immortal. Antique Photographs and Stories of dogs and their people.). Dass sowohl Papagei als auch Hund leicht unscharf sind, liegt an der relativ langen Belichtungszeit: Beide Tiere haben sich während der Aufnahme leicht bewegt. Anders als bei vielen Porträts dieser Zeit fehlt ein gemalter Studiohintergrund.
Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen.
Das Porträt ist typisch für seine Zeit – Porträts mit Haustieren wie Hunden und Katzen sind auch in anderen Sammlungen erhalten (vgl. Anthony Cabo (2022): Love Immortal. Antique Photographs and Stories of dogs and their people.). Dass sowohl Papagei als auch Hund leicht unscharf sind, liegt an der relativ langen Belichtungszeit: Beide Tiere haben sich während der Aufnahme leicht bewegt. Anders als bei vielen Porträts dieser Zeit fehlt ein gemalter Studiohintergrund.
Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
Last updated: 31.08.2026
Contact
Institution:
Museum Europäischer Kulturen
Email:
mek@smb.spk-berlin.de