Details (expert)
- Date(s)
- Fotografische Aufnahme: 1870/90
- Systematics/Type
- Geographical references
- Herkunft (Allgemein): Maine, USA
- Material / Technique
- Ferrotypie auf dünnem Blechplättchen
- Dimensions
- Gewicht: 6 gHöhe x Breite x Tiefe: 9 x 5,9 x 0,1 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3753535
Object Description
Hochformat, Unikat, Gruppenporträt. Die Ferrotypie zeigt drei kleine Mädchen im Alter von circa 8-10 Jahren auf einer Holzbank sitzend. Alle tragen langärmelige Kleider, die etwas länger als knielang sind. An der Taille jeweils ein Zierband, der Brustbereich gefältelt und an Kragen und Schultern Spitzenkrägen. Die Hände sind jeweils in den Schoß gelegt. Alle tragen die Haare offen mit kleineren Zöpfen mit Schleifen. Das Mädchen zur rechten trägt eine Brille. Alle schauen die Betrachter*innen frontal an. Der gemalte Hintergrund deutet eine Landschaft mit Bäumen an (am rechten Bildrand ev. ein Gebäude?), am oberen Bildrand sieht man die Aufrollung des Hintergrunds. Die Sitzbank ist rustikal aus Ästen gezimmert.
Über die dargestellten Personen gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen.
Das Gruppenporträt ist typisch für seine Zeit: gemalter Hintergrund sowie die rustikal anmutende Sitzbank waren typische Ausstattungsmerkmale früher Fotostudios.
Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.
Last updated: 31.08.2026
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Institution:
Museum Europäischer Kulturen
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