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Ident. Nr.: N (74 F) 18/2025

ObjID: obj:3753538

Details (expert)

Date(s)
Fotografische Aufnahme: 1870/1890
Systematics/Type
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Maine, USA
Dimensions
Gewicht: 6 g
Höhe x Breite x Tiefe: 8,8 x 6,1 x 0,1 cm

Object Description

Hochformat, Unikat, Gruppenporträt. Die Ferrotypie zeigt vier Frauen. Eine Frau sitzt auf einem Stuhl. Eine Frau sitzt auf einem hohen Hocker und zwei Frauen stehen. Alle tragen dunkle Kleider mit auffälligen Knopfleisten. Die sitzende Frau trägt einen weißen Spitzenkragen. Bis auf die sitzende Frau tragen alle Hüte; der Hut der sitzenden Frau liegt zu ihrer Rechten auf dem Boden.
Der Untergrund ist als Rasen zu erkennen, als Hintergrund dient eine gemalte Landschaft, bestehend aus verschiedenen Bäumen und Palmen. Die untere und obere linke Ecke der Blechplatte ist jeweils beschnitten.

Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine). Über die dargestellten Personen gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen.
Das Gruppenporträt ist typisch für seine Zeit: Reisende Ferrotypisten fotografierten auch im Freien (deshalb die Rasenfläche). Der Hintergrund ist typisch für frühe Portätfotografie gemalt. Er ist häufig repräsentativer, als es die tatsächlichen Lebensumstände der Porträtierten erlaubte.
Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.

Last updated: 31.08.2026

Contact

Institution:

Museum Europäischer Kulturen

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