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Die Speisung der Armen

Ident. Nr.: KdZ 6830

ObjID: obj:3763687

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Jacob Jordaens (1593-1678),
Zeichner*in
Date(s)
Herstellung: 1618/20
Additional titles
Collection title: Die Speisung der Armen
Translation: The Succouring of the Needy
Christus und die Kranken (?)
Dimensions
Blattmaß: 16,1 x 22,4 cm
Wasserzeichenmaß: 18 x 40 mm (Fragment)
Acquisition
Alter Bestand, vor 1878 erworben

Object Description

Diese Federzeichnung ist eine Kompositionsstudie für eine Folge mit den sieben Werken der Barmherzigkeit. Das Thema des Blattes war lange unklar. Jedoch sprechen zwei weitere, stilistisch vergleichbare Zeichnungen aus diesem Themenkreis im Musée des beaux-arts in Besançon und im Art Institute in Chicago dafür, dass hier eine (nicht als Gemälde ausgeführte) Serie entworfen wurde.
Die sieben Werke der (leiblichen) Barmherzigkeit gehen auf das Matthäusevangelium zurück. Sie zielen darauf ab, Menschen in Not zu helfen. Dazu gehört, Hungernde zu speisen, Dürstenden zu trinken geben, Nackte zu bekleiden, Fremde aufzunehmen, Kranke und Gefangene zu besuchen und Tote zu begraben. 
Die Berliner Zeichnung zeigt die Speisung der Armen: Viele Figuren, die aus einer flächigen dunklen Lavierung ausgespart bleiben, drängen von rechts heran und strecken leere Schüsseln vor. Die Zeichnungen in Besançon und Chicago haben Moses zum Thema, der Wasser aus dem Felsen schlägt, um die durstigen Israeliten in der Wüste zu versorgen. Vielleicht standen die beiden Motive auch stellvertretend für alle sieben Werke der Barmherzigkeit. Jordaens hat Themen der Wohltätigkeit wiederholt behandelt, so etwa in einem frühen Gemälde mit dem Quellwunder Moses, das sich in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe befindet.

Last updated: 24.08.2026

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Institution:

Kupferstichkabinett

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Das Kolosseum in Rom, von der Seite des Palatin gesehen

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Jan Gossaert, seinerzeit berühmt und hoch geschätzt, war bei verschiedenen Fürsten als Hofmaler tätig und gilt als der Begründer des neuen romanistischen Stils in den Niederlanden. 1508-09 reiste er in Begleitung Philipps von Burgund, eines humanistisch gelehrten Fürsten, nach Rom, wo er im Auftrag seines Mäzens nach antiken Monumenten zeichnete. Zu einem nicht erhaltenen römischen Skizzenbuch dürfte die Berliner Ansicht des Kolosseums gehört haben. Das sogenannte Kolosseum, ein um 80 n. Chr. errichtetes Amphitheater – bis zum heutigen Tag ein Wahrzeichen Roms −, ist von Westen her gesehen. Der Zeichner stand dicht am Bauwerk, sodass er nur wenige Achsen wiedergab. Der Baubefund, wie er sich in jenen Jahren darstellte, ist mit der feinen, spitzen Feder minuziös erfasst: die einzelnen Mauerringe und ihre Abbrüche, die Säulenordnungen und die aus dem Mauerwerk hervorwachsenden Bäume. Gossaert war wie alle nordischen Künstler vor und nach ihm von dem ruinösen Zustand des antiken Monumentes, das die Zeit überdauert hatte, fasziniert. Doch er sah das Bauwerk mit den am spätgotischen Stil geschulten Augen des Nordländers: Es gelang ihm nicht so recht, seine wahre Monumentalität zu erfassen. Text: Holm Bevers, in: Wir suchen das Weite. Reisebilder von Albrecht Dürer bis Olafur Eliasson im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Ina Dinter, Berlin 2016, S. 72Jan Gossaert, famous and highly valued already during his lifetime, worked as a court painter for several princes and was considered the founder of the new Roman-influenced style of painting in the Netherlands. In 1508 and 1509, he traveled to Rome in the entourage with the humanistically trained Philip of Burgundy to Rome. There he was commissioned by his patron to draw the ancient monuments. The Berlin view of the Colloseum is most likely from this no longer extant Roman sketchbook. The so-called Colosseum, an amphitheater built in 80 AD that remains a trademark of the city today, is depicted from the West. The draftsman is close to the structure, so that he only presents a few of the axes. The state of the structure in the years of its depiction is captured with the fine, sharp pen meticulously: the individual rings of the wall and the ruined arches, the lines of columns and the trees emerging from the brickwork. Gossaert, like all Northern artists, was interested especially in the ruinous state of the Ancient objects that had lasted through the ages. But he also saw the structure with the eyes of a northerner, schooled in the late Gothic style. He was not quite able to do justice to its true monumentality. Text: Holm Bevers, in: We’re off then. Travel Pictures from Albrecht Dürer to Olafur Eliasson in the Kupferstichkabinett, published by Hein-Th. Schulze Altcappenberg and Ina Dinter, Berlin 2016, p. 72