Logo

Die heilige Dorothea, einen Palmzweig in ihrer rechten Hand haltend

Ident. Nr.: KdZ 1185

ObjID: obj:3819451

Details (expert)

Creator/Entity
zugeschrieben: Abraham van Diepenbeeck (1596-1675),
Zeichner*in
Systematics/Type
Provenance
John Thane (1748-1818),
315797
Joseph Maria von Radowitz (1797-1853),
1856
Dimensions
Blattmaß: 34,8 x 23,5 cm
Acquisition
1856 von Joseph Maria von Radowitz, Berlin, erworben

Object Description

Dorothea, die mit ihrer Familie vor den Christenverfolgungen aus Rom nach Caesarea geflohen war, hatte den Heiratsantrag des römischen Statthalters abgewiesen, der sie daraufhin martern ließ. Auf dem Weg zu ihrer Hinrichtung freute sie sich auf den Garten ihres Herrn, in dem ewig die Sonne scheine und sie Äpfel und Rosen pflücken werde. Ein Schreiber namens Theophilus hatte ihre Worte gehört und spottete, sie solle ihm doch Äpfel und Rosen aus diesem Garten bringen lassen. Als ihr schließlich der Kopf abgeschlagen wurde, brachte ein Engel ein Körbchen mit Rosen und Äpfeln, was zur Bekehrung Teophilus' führte. 
Die Jungfrau wird dementsprechend hier mit einem Körbchen Rosen abgebildet, das ihr aus dem "Garten ihres Bräutigams" – Christus – gebracht wird. Die heilige Dorothea, neben Katharina, Barbara und Margarete eine der wichtigsten Märtyrerinnen, gilt als Schutzpatronin der Gärtner, Bräute und Wöchnerinnen, aber auch der Bergleute und Bierbrauer.
Die Zeichnung entstand als Vorlage für eine (bisher nicht nachweisbare) gestochene Folge von Heiligen. Ihre Konturen sind zur Übertragung auf eine Kupferplatte gegriffelt worden. Ein zweites Blatt mit der heiligen Agathe befindet sich im Museum Plantin Moretus in Antwerpen. 

Last updated: 27.08.2026

Contact

Institution:

Kupferstichkabinett

Additional items from the collections

Ansicht der Stadt Olevano (Provinz Rom, Italien) mit dem Regenbogen

Ansicht der Stadt Olevano (Provinz Rom, Italien) mit dem Regenbogen

Nahezu während der ganzen Dauer seines jahrzehntelangen Lebens in Rom beschäftigte sich Joseph Anton Koch mit dem Thema Olevano, nachdem er schon 1804 zum künstlerischen Entdecker dieser malerischen Bergstadt geworden war. [...] Fast am Ende einer langen Entwicklung stellt er mit dem vorliegenden Blatt das malerische Sujet in überhöhter, komponierter Übersichtlichkeit dar. Aus vorausgegangenen Naturstudien vom gleichen Standort, von der Casa Baldi aus aufgenommen, die den deutschen Künstlern häufig als Unterkunft diente, gelingt dem Künstler eine Summe seiner Eindrücke. Mit den Mitteln der Vordergrundgruppen, der seitlichen Bäume, des übergreifenden Regenbogens, schließlich der Wolkenbildungen wird Bildmäßigkeit und Wirkung erzielt. Ein kleinerer Entwurf (Kupferstichkabinett, ID-Nr. SZ Koch 19) wird mit unserem Blatt zu Klarheit und Räumlichkeit geführt, wozu die meisterhaft eingesetzten Wirkungen von Licht und Schatten viel beitragen, so daß eine vollendete Zeichnung klassischer Landschaftsauffassung entstand. Für Kochs, aus souveräner Kenntnis urteilenden Biographen, Otto v. Lutterotti, ist sie »...in Komposition und Auffassung, Format und Durchführung wohl der schönste Hymnus, den Koch auf sein geliebtes, hochgebautes Bergnest angestimmt hat. Das Städtchen mit der verfallenen Burg der Colonna ist organisch wie ein Kristall dem Felsen entwachsen, im Vordergrund die ländliche Szene am Brunnen, das Ganze zusammengefaßt vom Regenbogen.«Text: Gottfried Riemann, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 360., Nr. VII.5 (mit weiterer Literatur)