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Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Kāma-Bhūmi: Cha-kāmāvacara-Himmel („die sechs Himmel von Kāma-Bhūmi“): der 1. (niedrigste) Himmel von Kāma-Bhūmi: Catumahārājikā-Himmel; l. o.: Kubera; l. u.: Virūpakkha; r. o.: Dhataraṭṭha; r. u.: Virūḷhaka

Ident. Nr.: II 650 045r-046r

ObjID: obj:3831648

Details (expert)

Creator/Entity
König Tāk Sin (17.4.1734–6.4.1782),
Auftraggeber*in; Inschrift
Luang Phetchawakam (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Nam (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Bunsa (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Rueang (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Bunchan (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Nai Chet (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Nai Son (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Nai Thongkham (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Chao Phraya Si Thammathirat (1776),
Papierherstellung; Inschrift
Somdet Phra Sangkharat (1776); Inschrift
Adolf Bastian (26.6.1826 - 3.2.1905),
Sammler*in; Archive
Gerini (1895),
Veräußerung; Archive
Kempermann (1882); Archive
Date(s)
Datierung: Dienstag, 24. September 1776
Additional titles
Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Kāma-Bhūmi: Cha-kāmāvacara-Himmel („die sechs Himmel von Kāma-Bhūmi“): der 1. (niedrigste) Himmel von Kāma-Bhūmi: Catumahārājikā-Himmel; l. o.: Kubera; l. u.: Virūpakkha; r. o.: Dhataraṭṭha; r. u.: Virūḷhaka
Translation: Illuminated cosmological manuscript Traiphum (“Three Worlds”); Kāma-Bhūmi: Cha-kāmāvacara heavens (“the six heavens of the Kāma-Bhūmi”): the 1st (lowest) heaven of the Kāma-Bhūmi: Catumahārājikā heaven; top left: Kubera; bottom left: Virūpakkha; top right: Dhataraṭṭha; bottom right: Virūḷhaka
Geographical references
Dimensions
Blattmaß: 24,5 x 50,0 cm (Maße einer Faltseite; Höhe x Breite; Breite parallel zur Faltkante)
Länge: 33,3 m (Gesamtlänge des vollständig entfalteten Manuskripts; recto und verso jeweils 33,3 m; 136 Faltsegmente)
Höhe: 8 cm (Gesamthöhe des zusammengefalteten Manuskripts einschließlich der Einbanddeckel)
Gewicht: 5,6 kg
Acquisition
Erwerbung von Gerolamo Emilio Gerini 1895

Object Description

Die Hüter der vier Himmelsrichtungen
Das Reich der Hüter der vier Himmelsrichtungen gilt als die unterste himmlische Sphäre. Die Richtungshüter sind dem Götterkönig Indra unterstellt. Drei Mal im Monat schwärmen sie aus, um nachzusehen, ob überall (buddhistische) Ordnung herrscht. Dann erstatten sie dem Götterkönig Bericht. Oben links ist der Wächter des Nordens zu sehen, oben rechts der Wächter des Ostens, unten links der Wächter des Westens und unten rechts der Wächter des Südens.

Die Erzählung von den drei Welten: eine buddhistische Vision des Kosmos
Nach alter buddhistischer Vorstellung besteht der Kosmos aus drei Welten (trai-bhumi): Ganz unten ist die Welt sinnlichen Begehrens (kama-bhumi) mit Höllen, Unterwelten, mit der Menschenwelt und unteren Himmeln. Darüber liegt mit weiteren Himmeln die Welt der Form (rupa-bhumi). Ganz oben in der Welt des Formlosen (arupa-bhumi) ist jedes Begehren ausgelöscht: Die Erlösung ist nahe. Gute oder schlechte Taten entscheiden darüber, wo man wiedergeboren wird.



Lesung und Übersetzung Thai: Peera Panarut, veröffentlicht als: Panarut, Peera, trans. 2026. Reading of the Berlin Traiphum (II 650, Museum für Asiatische Kunst, Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Berlin. https://doi.org/10.58159/20260927-000
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/

Literatur zu diesen Folios:
Stoye 2023: S. 80; Fig. 7

Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).

Last updated: 05.11.2026

Contact

Institution:

Museum für Asiatische Kunst

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Der niedrige Tisch mit floralem Dekor zählt zu den Meisterwerken chinesischer Schnitzlackarbeiten der frühen Ming-Zeit und stammt ohne Zweifel aus den kaiserlichen Werkstätten, wie zwei eng verwandte Stücke in der Sammlung des Pekinger Palastmuseums bezeugen. An der Wende zur Ming-Dynastie waren die beiden für ihre roten Schnitzlacke berühmtesten Lackmeister tätig, Zhang Cheng und Yang Mao. Sie legten die Grundlagen für eine grandiose Blüte dieser Kunst, die in der Ära Yongle (1403–1424) und Xuande (1426–1435) ihren Höhepunkt erreichte. Die Schnitzlackarbeit dieses niedrigen Tisches besticht durch den weich modellierten Schnitt der dicken Lackschicht und die kompositorische Eleganz des Dekors. Die Oberseite zeigt halb oder vollständig geöffnete Päonienblüten und Knospen unterschiedlicher Größe. Die Beine und Querverstrebungen sind außer mit Päonien auch mit Pflaumenblüten, Lotos und Chrysanthemen geschmückt. Fritz Löw-Beer (1906–1976), aus dessen Sammlung das Werk stammt, begann bereits in den 1920er Jahren, chinesische Lackarbeiten zu sammeln und konnte im Verlauf weniger Jahre eine umfangreiche Sammlung aufbauen. Er konnte sie nach einer Ausstellung in Amsterdam im Jahre 1938 bei seiner Emigration nach den Vereinigten Staaten mitführen und so in Sicherheit bringen. Während und nach dem Kriege vermehrte und verbesserte Löw-Beer die Sammlung. Der Großteil der Sammlung befindet sich heute im Stuttgarter Linden-Museum, das diese Bestände (186 Lackarbeiten) 1978 erwarb. Einzelne bedeutende Lackkunstwerke gingen zuvor bereits an das Museum of Fine Arts in Boston, das Victoria and Albert Museum und das British Museum in London. Im Jahr 1972 gelang der Erwerb des berühmten kaiserlichen Thronensembles und 1978 aus dem Nachlass der Erwerb des niedrigen Tisches für die Berliner Sammlung.