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Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Apāya-Bhūmi: Basis der sieben Ringgebirge in Seitenansicht mit Trikūṭa und Nāga-Welt

Ident. Nr.: II 650 055r-056r

ObjID: obj:3831655

Details (expert)

Creator/Entity
König Tāk Sin (17.4.1734–6.4.1782),
Auftraggeber*in; Inschrift
Luang Phetchawakam (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Nam (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Bunsa (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Rueang (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Bunchan (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Nai Chet (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Nai Son (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Nai Thongkham (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Chao Phraya Si Thammathirat (1776),
Papierherstellung; Inschrift
Somdet Phra Sangkharat (1776); Inschrift
Adolf Bastian (26.6.1826 - 3.2.1905),
Sammler*in; Archive
Gerini (1895),
Veräußerung; Archive
Kempermann (1882); Archive
Date(s)
Datierung: Dienstag, 24. September 1776
Additional titles
Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Apāya-Bhūmi: Basis der sieben Ringgebirge in Seitenansicht mit Trikūṭa und Nāga-Welt
Translation: Illuminated cosmological manuscript Traiphum (“Three Worlds”); Apāya-Bhūmi: base of the seven ring mountains in side view with Trikūṭa and the Nāga world
Geographical references
Dimensions
Blattmaß: 24,5 x 50,0 cm (Maße einer Faltseite; Höhe x Breite; Breite parallel zur Faltkante)
Länge: 33,3 m (Gesamtlänge des vollständig entfalteten Manuskripts; recto und verso jeweils 33,3 m; 136 Faltsegmente)
Höhe: 8 cm (Gesamthöhe des zusammengefalteten Manuskripts einschließlich der Einbanddeckel)
Gewicht: 5,6 kg
Acquisition
Erwerbung von Gerolamo Emilio Gerini 1895

Object Description

Am Fuß des kosmischen Bergs Meru
An seiner Basis wird der gigantische Berg Meru von drei Berggipfeln (trikuta) stabilisiert. Hier befindet sich auch das Reich der Dämonen (asuras). Ebenfalls unterhalb des Meru befindet sich das Reich der Schlangen(-geister) (nagas), im Bild in den beiden Pavillions rechts und links des Bergfußes dargestellt. Nagas werden als Hüter der Schätze der Unterwelt gleichermaßen geachtet wie gefürchtet.

Der Weltenberg Meru und die sieben Ringkontinente (in Seitenansicht)
Im Mittelpunkt des buddhistischen Universums steht der unvorstellbar hohe Berg Meru. Er ist die zentrale senkrechte Weltachse, dargestellt in den fols. 039r-056r als vierfarbiger Streifen in der Mitte. Seine vier Seiten bestehen aus Silber, Smaragd, Kristall und Gold (daher die vier Farben). Umgeben ist der Berg Meru von sieben Ringkontinenten, die nach außen hin immer niedriger werden. Zwischen den Kontinenten und jenseits davon sind Ozeane.

Die Erzählung von den drei Welten: eine buddhistische Vision des Kosmos
Nach alter buddhistischer Vorstellung besteht der Kosmos aus drei Welten (trai-bhumi): Ganz unten ist die Welt sinnlichen Begehrens (kama-bhumi) mit Höllen, Unterwelten, mit der Menschenwelt und unteren Himmeln. Darüber liegt mit weiteren Himmeln die Welt der Form (rupa-bhumi). Ganz oben in der Welt des Formlosen (arupa-bhumi) ist jedes Begehren ausgelöscht: Die Erlösung ist nahe. Gute oder schlechte Taten entscheiden darüber, wo man wiedergeboren wird.



Lesung und Übersetzung Thai: Peera Panarut, veröffentlicht als: Panarut, Peera, trans. 2026. Reading of the Berlin Traiphum (II 650, Museum für Asiatische Kunst, Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Berlin. https://doi.org/10.58159/20260927-000
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/

Literatur zu diesen Folios:
Stoye 2023: S. 80–81; Fig. 12

Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).

Last updated: 06.11.2026

Contact

Institution:

Museum für Asiatische Kunst

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