Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: l. o.: Rathakāra-See; l. u.: Mandākinī-See und Samuddaghosa-Jātaka (P. 1) (ohne Text); r.: zehn Klassen von Elefanten (als Bild und Text)
Ident. Nr.: II 650 041v-042v
ObjID: obj:3831844
Details (expert)
- Creator/Entity
- Somdet Phra Sangkharat (1776); InschriftKempermann (1882); Archive
- Date(s)
- Datierung: Dienstag, 24. September 1776
- Systematics/Type
- Additional titles
- Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: l. o.: Rathakāra-See; l. u.: Mandākinī-See und Samuddaghosa-Jātaka (P. 1) (ohne Text); r.: zehn Klassen von Elefanten (als Bild und Text)Translation: Illuminated cosmological manuscript Traiphum (“Three Worlds”); Jambudīpa: top left: Lake Rathakāra; bottom left: Lake Mandākinī and Samuddaghosa-Jātaka (P. 1) (without text); right: ten classes of elephants (image and text)
- Geographical references
- Material / Technique
- Khoi-Manuskript (samut khòi) im Leporello-Format; schwarze Tinte, Deckfarben und Goldtusche auf graubraunem (weißgrundigem) Khoi-Papier, dunkelbraun lackierter hölzerner Einbanddeckel
- Dimensions
- Blattmaß: 24,5 x 50,0 cm (Maße einer Faltseite; Höhe x Breite; Breite parallel zur Faltkante)Länge: 33,3 m (Gesamtlänge des vollständig entfalteten Manuskripts; recto und verso jeweils 33,3 m; 136 Faltsegmente)Höhe: 8 cm (Gesamthöhe des zusammengefalteten Manuskripts einschließlich der Einbanddeckel)Gewicht: 5,6 kg
- Acquisition
- Erwerbung von Gerolamo Emilio Gerini 1895
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3831844
Object Description
Samuddaghosa und seine Gemahlin vergnügen sich im Himavanta-Wald (fol. 041v unten)
Der Himavanta-Wald ist nicht nur ein friedlicher Ort für verschiedene Tiere. Er ist auch ein Ort, dem Könige in den Jataka-Geschichten einen Besuch abstatten. Diese Szene zeigt, wie König Samuddaghosa und seine Gemahlin sich im Himavanta-Wald vergnügen. Ein Missgeschick führt dann aber zu ihrer Trennung und erst nach einigen Abenteuern gibt es ein glückliches Wiedersehen. Diese Erzählung, das Samuddaghosa-Jataka, stammt aus einer besonderen thailändischen Sammlung von fünfzig Jatakas.
Der Himavanta-Wald ist nicht nur ein friedlicher Ort für verschiedene Tiere. Er ist auch ein Ort, dem Könige in den Jataka-Geschichten einen Besuch abstatten. Diese Szene zeigt, wie König Samuddaghosa und seine Gemahlin sich im Himavanta-Wald vergnügen. Ein Missgeschick führt dann aber zu ihrer Trennung und erst nach einigen Abenteuern gibt es ein glückliches Wiedersehen. Diese Erzählung, das Samuddaghosa-Jataka, stammt aus einer besonderen thailändischen Sammlung von fünfzig Jatakas.
Der südliche Strom, Teil 1 & 2: Avatta- und Kanha-Ganga
Besonders wichtig ist der Strom, der vom Anotatta-See in südliche Richtung fließt, denn er wird als mythisches Anfangsstück des nordindischen Ganges angesehen, des heiligsten Flusses Indiens. Nachdem sein Wasser dem Anotatta-See aus dessen südlichem Abfluss entsprungen ist, fließt der Strom zunächst im Kreis um den heiligen See. In diesem Abschnitt heißt er Avatta-Ganga. Dann fließt er als Kanha-Ganga über eine ausgedehnte Steinplatte geradeaus nach Süden.
Verschiedene Elefantenfamilien vergnügen sich im Himavanta-Wald
Der Himavanta-Wald ist ein idyllischer Ort, an dem sich unterschiedliche Tierarten tummeln. Die Tiere hier haben immer zu fressen und zu trinken und werden von niemandem als Nutztiere eingespannt. Zu diesen glücklichen Geschöpfen zählen neben Löwen, Bullen und Pferden auch verschiedene Elefantenfamilien. Jede Elefantenfamilie zeichnet sich durch besondere Fähigkeiten und eine typische reizvolle Färbung aus.
Der Himavanta-Wald ist ein idyllischer Ort, an dem sich unterschiedliche Tierarten tummeln. Die Tiere hier haben immer zu fressen und zu trinken und werden von niemandem als Nutztiere eingespannt. Zu diesen glücklichen Geschöpfen zählen neben Löwen, Bullen und Pferden auch verschiedene Elefantenfamilien. Jede Elefantenfamilie zeichnet sich durch besondere Fähigkeiten und eine typische reizvolle Färbung aus.
Jambudipa, der Rosenapfelkontinent, und der mythische Himavanta-Wald
Im 31-stufigen Kosmos des Buddhismus gibt es vier Kontinente. Jambudipa ist der Ort, wo Menschen wie wir leben und wo buddhistische Geschichten spielen. Hoch oben in den Bergen des Rosenapfelkontinents, weit von jeder menschlichen Zivilisation entfernt, liegt die mythische Welt des Himavanta. In seinen idyllischen und besonders reinen Naturwelten überschneiden sich göttliche und irdische Sphären. Der mythische Himavanta-Wald ist vom echten Himalaya inspiriert.
Im 31-stufigen Kosmos des Buddhismus gibt es vier Kontinente. Jambudipa ist der Ort, wo Menschen wie wir leben und wo buddhistische Geschichten spielen. Hoch oben in den Bergen des Rosenapfelkontinents, weit von jeder menschlichen Zivilisation entfernt, liegt die mythische Welt des Himavanta. In seinen idyllischen und besonders reinen Naturwelten überschneiden sich göttliche und irdische Sphären. Der mythische Himavanta-Wald ist vom echten Himalaya inspiriert.
547 Vorleben des Buddha – Inspiration für gutes Verhalten
In diesem Teil der Handschrift sind Bilder vom Rosenapfelkontinent zu sehen, vor allem vom mythischen Himavanta-Wald. Doch blühen dort nicht nur viele schöne Pflanzen, weiden glückliche Tiere, tanzen göttliche Wesen. Hier spielen auch Szenen aus den zahlreichen Vorleben des Buddha. Denn bevor der Meister zur Erleuchtung gelangte, musste er erst viele Wiedergeburten durchleben. Diese Vorgeburtsgeschichten (Jatakas) führen den Gläubigen gutes und schlechtes Verhalten anschaulich vor.
In diesem Teil der Handschrift sind Bilder vom Rosenapfelkontinent zu sehen, vor allem vom mythischen Himavanta-Wald. Doch blühen dort nicht nur viele schöne Pflanzen, weiden glückliche Tiere, tanzen göttliche Wesen. Hier spielen auch Szenen aus den zahlreichen Vorleben des Buddha. Denn bevor der Meister zur Erleuchtung gelangte, musste er erst viele Wiedergeburten durchleben. Diese Vorgeburtsgeschichten (Jatakas) führen den Gläubigen gutes und schlechtes Verhalten anschaulich vor.
Lesung und Übersetzung Thai: Peera Panarut, veröffentlicht als: Panarut, Peera, trans. 2026. Reading of the Berlin Traiphum (II 650, Museum für Asiatische Kunst, Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Berlin. https://doi.org/10.58159/20260927-000
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Literatur zu diesen Folios:
Stoye & Panarut 2025: S. 42–44, 46, 55; Abb. 8
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Literatur zu diesen Folios:
Stoye & Panarut 2025: S. 42–44, 46, 55; Abb. 8
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Last updated: 05.11.2026
Contact
Institution:
Museum für Asiatische Kunst
Email:
aku@smb.spk-berlin.de