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Evangelistensymbol des Markus (Löwe)

Ident. Nr.: F 4098 b

ObjID: obj:3944059

Details (expert)

Date(s)
16. Jahrhundert
Geographical references
Dimensions
Durchmesser: 10 cm

Object Description

Dieser Markus-Löwe könnte aus einer Folge der vier Evangelisten stammen, weit eher jedoch ist anzunehmen, daß er als einziges Symbol des heiligen Markus Verwendung fand (etwa als Schmuck eines Buchdeckels oder Kastens). Die Verbindung zu Venedig und seinem Schutzheiligen ist naheliegend. Für die italienische Provenienz spricht sowohl die Form des kleinen Reliefs als Tondo wie auch eine typische Farbgebung von ursprünglich dunkelviolettem Rot und Kupfergrün an den Flügeln neben einem metallisch-kühlen Goldton des Tierkörpers (vergoldete Silberfäden). Es sind Farben, die Fassungen italienischer Skulpturen des 16. Jahrhunderts auszeichneten.
aus E. Mühlbächer, Europäische Stickereien, Berlin 1995, Kat. 41

Spätere Recherchen haben ergeben, dass in der Sammlung des Kunstgewerbemuseums ein zweites Stück solch einer Reliefstickerei (Inv. Nr. F 4098 a) mit dem Symbol des Evangelisten Lucas existierte. Dieses Objekt ist seit dem II. Weltkrieg verschollen.
MAKR

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR