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Palla mit Jesuskind und Umschrift

Ident. Nr.: F 1332 h

ObjID: obj:3949762

Details (expert)

Date(s)
nach 1550
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Italien
Dimensions
Höhe x Breite: 17 x 16 cm

Object Description

Miniaturhaft und sehr zart wirkende Stickerei auf quadratischem und ursprünglich von einer Kordel aus roten Fäden und Silberlahn umzogenem Feld. Auf Grund seines Motives und des inhaltlichen Bezuges zur Eucharistie wird sich dieser Teil der Stickerei an exponierter Stelle des Marienmantels befunden haben. Zwei symmetrisch geführte Ranken mit Blüten, Erdbeeren und Himbeeren (als Speise der Seligen und früh verstorbener Kinder) umschließen eine aufrechtstehende Nelke, die in ihrer Mitte ein Herz-Jesu-Bild trägt. In seltener Auffassung ist hier das liegende Kind in der Krippe dem blutenden Herzen mit der Inschridt JESU PUER einbezogen und so Geburt und Opfertod miteinander verbunden. Es sind Freude und Leid der Mutter Christi, die auf einem Marienmantel zur besonderen Aussage werden.
aus E. Mühlbächer, Europäische Stickereien, 1995, Kat. Nr. 42

Neuere Recherchen haben ergeben, dass es sich bei dem Stück nicht um das Fragment eines Marienmantels handelt, sondern um eine Palla.
MAKR

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa