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Deckel für einen Potsdamer Pokal

Ident. Nr.: O-1982,92 b

ObjID: obj:4005576

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Date(s)
1710–1720
Geographical references
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 13,8 x 13,4 cm
Wandungsstärke: 0,3 cm

Object Description

Gebauchter Deckel mit eingezogenem Rand aus farblosem Glas, Abriss innen, der Mündungsrand ist mit einem geblänkten Perlfries geschmückt, der Übergang zum hohen Knauf mit einem versenkten und mattierten Spitzblattfries, ebenso die beiden Baluster des Knaufs, die zwischen zwei kräftigen Trommelscheibe sitzen. Der zugeordnete Pokal mit der Inv. Nr. O-1982,92 a ist zu klein und nicht zugehörig, zumal auch der Dekor nicht wie es sein sollte miteinander korrespondiert. Der formale und stilistische Vergleich mit überlieferten Deckelpokalen bestätigt eine Verortung nach Potsdam und datiert den Deckel ins zweite Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts (vgl. Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Inv.-Nr. XIII 8; Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 65, S. 131f.; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 28.6). [Verena Wasmuth]
MAKR

Last updated: 06.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa