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Gedeck eines Teeservices mit Anemonendekor

Ident. Nr.: SB 160 a-c

ObjID: obj:4136889

Details (expert)

Creator/Entity
Entwurf: Theo Schmuz-Baudiss (1859–1942),
Keramiker*in
Ausführung: Porzellanfabrik Swaine & Co. (1817-1954),
Hersteller*in
Werkstatt: Vereinigte Werkstätten für Kunst im Handwerk (1898-1991),
Auftraggeber*in
Date(s)
Entwurf: 1899/1900
Ausführung: 1899/1900
Geographical references
Dimensions
Höhe: 4,5 cm (Tasse, a)
Durchmesser: 16,7 cm (Untertasse, b)
Durchmesser: 17,8 cm (Kuchenteller)

Object Description

Das in Unterglasurblau dekorierte Service zeigt schlichte, dabei unkonventionelle Formen: Die Untertasse ist asymmetrisch gestaltet, so dass die Tasse am Rand steht und Platz für die Ablage eines Gebäckstücks ist. Diese Untertassenform griff der Gestalter, Theo Schmuz-Baudiss, bei seinen späteren Entwürfen für die Berliner Porzellanmanufaktur KPM auf. In der pastellartigen Unterglasurmalerei und der Stilisierung der botanischen Motive weist der Dekor Impulse durch die skandinavische Porzellankunst des Jugendstils auf. Für damaligen, noch vom Historismus geprägten Geschmack war das Gedeck also ausgesprochen modern. Dargestellt sind auf hellviolett-blauem Grund Anemonenstengel mit weißen Blüten und blauem Blattwerk in leichtem Relief. // Theo Schmuz-Baudiss kam ursprünglich von der Malerei und wandte sich, wie viele seiner Zeitgenossen, um 1900 dem Bereich der angewandten Kunst zu. Er war assoziiertes Mitglied der 1897 in München gegründeten "Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk". 1899/1900 schuf er Entwürfe für die thüringische Porzellanfabrik Swaine & Co., die mit den Werkstätten kooperierte. 1901 wechselte Schmuz-Baudiss an die Berliner KPM, deren künstlerische Leitung er 1908 übernahm. // Lit.: Tobias Hoffmann, Claudia Kanowski (Hg.): Lust auf Dekor. KPM-Porzellane zwischen Jugendstil und Art Déco, Ausst.-Kat. Berlin (Bröhan-Museum) 2013; Wolfgang Hennig: Kunsthandwerk um 1900. Schenkung Brühl, Kat. Berlin (Kunstgewerbemuseum, Schloß Köpenick) 1986/87, S. 115, Kat. Nr. 113

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa