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Ident. Nr.: N (36 E 65) 321/1994

ObjID: obj:501200

Details (expert)

Dating
1890 - 1900
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: gesamt 146 x 69 x 57 cm
Höhe x Breite x Tiefe: Aufsatz: 72 x 69 x 57 cm
Höhe x Breite x Tiefe: Unterschrank: 74 x 65 x 50 cm

Object Description

Auf einem weißen, hölzernen Unterschrank mit 15 Schüben für Kulissen, Setzstücke und Figuren befindet sich der Theateraufsatz mit klassizistischem Prospekt und aufgesetzten Messingpilastern, darüber eine Leier mit Lorbeerzweigen. Vorgesetzt ist ein Lichtkasten zur Beleuchtung der Kulisse mit zwei gläsernen, beklebten Drehscheiben, die ein gebrochenes Licht für Nebeleffekte ergeben. In den Schubfächern liegen verschiedene Kulissensätze, z.B. der „Suezkanal", oder das „Japanzimmer" sowie Figuren populärer Weltliteratur zum Spiel bereit. Die Figuren wurden auf Holzklötzchen gesetzt und mit Drähten geführt.
Gebaut wurde dieses Papiertheater vermutlich von einem Schreiner in Berlin, um 1900 für das „Große Schreiber-Theater" mit den auf Karton aufgezogenen und ausgeschnittenen chromolithografischen Drucken nach Entwürfen von Theodor Guggenberger (1866-1929). Inszenierungen mit der Hilfe von Papiertheatern waren vor allem in der ersten Hälfte des 19. Jh. beliebte Beschäftigung in bürgerlichen Kinderzimmern. Bedeutende Bilderbogenverlage wie J. F. Schreiber in Esslingen lieferten Ausschneidebogen und Texthefte. „Aufgeführt“ wird hier ein Theaterstück nach dem seinerzeit berühmten Roman „Die Reise um die Erde in 80 Tagen“ von Jules Verne (1873): Die Exotik des indischen Palasts dient als Kulisse für die Szene, in welcher der Reisende Phileas Fogg die Witwe des Maharadschas vom Tode errettet. Mit seiner kleinen Bühne und seinen Dekorationen aus ausgeschnittenen Bilderbogen entstehen ganze Miniaturwelten. Vorgeführt in einem dunklen Raum wird der Blick des faszinierten Publikums auf das Geschehen gelenkt.

Last updated: 12.12.2025

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Institution:

Museum Europäischer Kulturen

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Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.