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Grundsteinziegel mit der Kartusche des Königs Ramses II.

Ident. Nr.: ÄM 11461

ObjID: obj:590168

Details (expert)

Involved
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Käufer*in
Dating
Ramses II.
Datierung engl.: Ramesses II
Additional titles
Collection title: Grundsteinziegel mit der Kartusche des Königs Ramses II.
Translation: Foundation stone in the shape of a brick with the cartouche of Ramesses II
Geographical references
Material / Technique
Fayence (Material), grün; bemalt
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 25,2 x 12,7 x 4,8 cm

Object Description

Den rechteckigen, hellbeige glasierten Ziegel ziert auf der Oberfläche eine in schwarzer Schrift aufgetragene Namenskartusche Ramses’ II. Form, Farbe und Beschriftung charakterisieren das Objekt als Gründungsbeigabe, wobei nicht geklärt werden kann, zu welchem Bauprojekt des Königs die Exemplare gehörten.
Ähnlich unseren heutigen Grundsteinlegungen stifteten die königlichen Bauherren auch im Alten Ägypten anlässlich des Baubeginns großer Tempel sogenannte Gründungsbeigaben, die während des Gründungsrituals u. a. an den vier Ecken eines Gebäudekomplexes oder in spezielle Gruben beigegeben wurden. Durch die Erwähnung des Namens des Stifters wird die eindeutige Identifikation mit dem Bauherrn gewährleistet und häufig noch zusätzlich durch zahlreiche im aufgehenden Mauerwerk verbaute, gestempelte Ziegel unterstrichen. Während die Grundsteinbeigaben einen rituellen Hintergrund haben, hat die Stempelung der Ziegel einen praktischen Zweck und diente bei der Produktion der Nilschlammziegel der Kennzeichnung der einzelnen Lieferungspakete, weshalb die Stempel auch nicht auf jedem Exemplar auftauchen. Der grafisch sehr ansprechend gestaltete Ziegel zeigt in symmetrischer Rahmung die Namenskartusche Ramses’ II. mit der Nennung seines Geburtsnamens, wobei die Abfolge der Hieroglyphen nicht exakt der Lesung entspricht, sondern aus Ehrfurchtsgründen die beiden erwähnten Gottheiten, Re (oder Ra) und Amun, sich gegenseitig anblickend oberhalb der profaneren Zeichen positioniert wurden. Die vollständige Lesung lautet Rames-su/meri-Amun – Ramses, geliebt von Amun. Die Hieroglyphen sind von einer, zu einer Schen-Schlaufe gebundenen, ovalen Kartusche eingefasst, die für Dauer und unendliche Wiederkehr der zyklisch gedachten Zeit steht. Unterhalb der Kartusche befindet sich das Zeichen für „Fest“ – Heb, das durch eine halbrunde Alabasterschale symbolisiert wird. Oberhalb wird die Kartusche von einer Sonnenscheibe mit Doppelfedern bekrönt. Rechts und links der Namenskartusche sieht man zwei lange, nach oben zur Mitte gebogene Palmrispen, die für das Wort „Jahr“ stehen und in Kombination mit den auf zwei Schen-Ringen hockenden Kaulquappen – dem Zahlzeichen für 100 000 – den Wunsch auf unendliche Dauer der Herrschaft des Königs ausdrücken.
(F. Seyfried)

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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