Logo

Modell einer Küchenszene

Ident. Nr.: ÄM 1366

ObjID: obj:590407

Details (expert)

Involved
Carl Richard Lepsius (23.12.1810 - 10.7.1884),
Expeditionsleiter*in
Dating
Mittleres Reich
Datierung engl.: Middle Kingdom
Additional titles
Collection title: Modell einer Küchenszene
Translation: Model of a production place to prepare bread and beer
Geographical references
Material / Technique
Holz (Material); bemalt
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 17 x 35 x 25 cm (inkl. Platte)

Object Description

In dem Küchenmodell wird von einer Dienerin ein Feuer geschürt. Die ockergelbe Hautfarbe und das lange Kleid weisen sie eindeutig als Frau aus. Die beiden Männer widmen sich der Brot- und Bierzubereitung. Der am Boden hockende Diener stellt die Teigrohlinge her, während der Mann hinter dem großen Topf, auf dem ein Sieb liegt, die Maische durchseiht. Diese entstand, indem geschrotetes Getreide in Dattelsaft eingeweicht und mehrere Tage in Tonkrügen gelagert wurde. Obwohl die Figuren relativ grob gearbeitet sind, bilden sie mit ihren lebhaften Bewegungen und für ihre Arbeit charakteristischen Gesten eine realistische Szenerie. Damit war der Verstorbene bis in alle Ewigkeit mit den für die Ägypter lebensnotwendigen Gütern, Brot und Bier, versorgt.
(O. Zorn)

Last updated: 04.09.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).