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Bildhauerstudie einer aufgerichteten Kobra mit unterägyptischer Krone und eines Löwenkopfes auf der Rückseite

Ident. Nr.: ÄM 14760

ObjID: obj:591288

Details (expert)

Involved
Mohareb Todrus (ca. 1847 - 1937),
Vorbesitzer*in
Dating
Spätzeit–frühe Ptolemäerzeit
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 13,9 x 12,4 x 3,6 cm

Object Description

Der kleine Kalksteinblock ist beidseitig mit Darstellungen in erhabenem Relief versehen. Auf einer Seite ist eine aufgerichtete Kobra mit unterägyptischer Krone auf einem Korb dargestellt. Unter dem Korb ist noch der gerundete obere Abschluss eines Gegenstands erhalten. Links und rechts der Kobra lassen sich die Konturen unvollendeter Darstellungen im erhabenen Relief erkennen. Auf der anderen Seite des Blocks ist ein Pantherkopf in Frontalansicht abgebildet.
Das Objekt diente höchstwahrscheinlich am Ende der Spät- oder Ptolemäerzeit als Übungsstück in einer ägyptischen Bildhauerwerkstatt. Auch wenn die Kobra auf den ersten Blick relativ gut ausgearbeitet zu sein scheint, fallen bei näherer Betrachtung einige kleine Makel auf, wie zum Beispiel die ungerade ausgeführte Oberkante sowie der nicht ganz rund gearbeitete Bogen unterhalb des Korbes. Darüber hinaus sind neben dem Korb Meißelspuren sowie auf dem geschlungenen Kobrakörper Messerspuren erkennbar, die wohl aus Versehen eingeschnitten wurden. Derjenige, der die Kobragöttin Wadjet mit der Roten Krone Unterägyptens darzustellen übte, war vermutlich ein Bildhauer in fortgeschrittener Phase seiner Ausbildung. Die scheinbar nicht relevanten und unvollendeten Gebilde auf den beiden Seiten der Kobra untermauern zudem die Vermutung, dass der Block als Übungsstück genutzt wurde und nicht als Vorlage oder Lehrmaterial diente. Der vergleichsweise grob gearbeitete Pantherkopf auf der anderen Seite stammt womöglich aus der Hand eines noch nicht sonderlich geübten Bildhauers.
(I. Liao)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).