Logo

Leinsamenkapseln. - Linum usitatissimum L.

Ident. Nr.: ÄM 16826

ObjID: obj:592242

Details (expert)

Creator/Entity
Otto Rubensohn (24.11.1867 - 9.8.1964),
Grabungsleiter*in
Date(s)
9.–10. Jh. (Arabische Zeit -> Ägypten)
Historische Datierung: Spätzeit
Additional titles
Collection title: Leinsamenkapseln. - Linum usitatissimum L.
Translation: Flaxseed capsules (Linum usitatissimum L.)
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 3 x 14,6 x 8,2 cm (Kistenmaß)

Object Description

Zweifellos wurde Lein hauptsächlich wegen der Stängelfasern angebaut. Aus diesen wurden Teile der Bekleidung (z. B. Schurze) und vor allem die unendlichen Mengen an Mumienbinden hergestellt. Ferner fanden Leinsamenkapseln bei der Ölgewinnung Verwendung. Ferner nutzten die Ärzte das Material als Verbandsstoff zur Wundversorgung.
Lein ist eine etwa 1 m hochwachsende, einjährige Kulturpflanze. Die reifen Pflanzen wurden aus dem Boden gerissen und in Wasser gelegt. Bakterien lösten die Zellwände auf und danach konnte man die Fasern für die Textilverarbeitung aus den Stängeln lösen. Anschließend wurden sie versponnen und verwebt. Über den Herstellungsprozess der Flachsgewinnung und -verarbeitung berichten zahlreiche Grabdarstellungen.
I. Regulski

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Pahlavi Papyrus mit einem rechtlichen Dokument sowie einer griechischen Steuerquittung

Pahlavi Papyrus mit einem rechtlichen Dokument sowie einer griechischen Steuerquittung

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin-top:0cm; mso-para-margin-right:0cm; mso-para-margin-bottom:8.0pt; mso-para-margin-left:0cm; line-height:107%; mso-pagination:widow-orphan; font-size:11.0pt; font-family:"Calibri",sans-serif; mso-ascii-font-family:Calibri; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-hansi-font-family:Calibri; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; mso-bidi-theme-font:minor-bidi; mso-fareast-language:EN-US;} Dieser nur fragmentarisch erhaltene Papyrus enthält auf dem Recto einen Text in Mittelpersisch (Pahlavi) aus der Zeit der sassanidischen Eroberung Ägyptens. Sein Inhalt ist aufgrund der starken Zerstörungen nur schwer verständlich. Vermutlich handelt es sich um ein rechtliches Dokument, das "gesiegelt" wurde, wie das Vorkommen das Begriffes im Text nahelegen würde. Auf dem Verso findet sich eine griechisch geschrieben Steuerquittung. Ein Beamter, dessen Name verloren ist, quittiert Senouphis, dass er für den Ertrag eines Feldes eine (ebenfalls verlorene) Menge an Geld oder Getreide erhalten hätte. Ob Recto und Verso zusammenhängen, kann nicht mehr sicher festgestellt werden.J. Moje

Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper