Logo

Spiegel, dessen Griff die Form einer Papyrussäule mit Hathor-Emblem hat

Ident. Nr.: ÄM 2774

ObjID: obj:594236

Details (expert)

Date(s)
18. Dynastie (Neues Reich -> Ägypten)
Additional titles
Collection title: Spiegel, dessen Griff die Form einer Papyrussäule mit Hathor-Emblem hat
Translation: Mirror with a Handle in the Shape of a Hathor Emblem
Geographical references
Material / Technique
Bronze (Material / Metall)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 25,3 x 13,5 x 2,6 cm

Object Description

In Ägypten wurde eine Spiegelplatte aus hochpolierter Bronze oder Silber hergestellt, die mit einem Zapfen am unteren Ende und einem Niet mit dem Griff verbunden ist. Der Griff dieses bronzenen Spiegels nimmt die Form einer Papyrussäule mit einer stilisierten offenen Papyrusdolde als oberen Abschluss an. Dazwischen ist ein Emblem der Göttin Hathor eingefügt, welches einen Frauenkopf mit Kuhohren zeigt. Neben ihren zahlreichen Rollen, wie zum Beispiel als Himmels- und Muttergöttin, war Hathor auch die Göttin der Liebe, der Freude und der Schönheit. Daher wurden altägyptische Kosmetikutensilien häufig mit Motiven dekoriert, die eng in Verbindung mit Hathor stehen, wie zum Beispiel das Hathor-Emblem und das Papyrusmotiv. Die Papyruspflanze, die gleichzeitig die Hieroglyphe und ein Sinnbild für „Grünen“ und „Gedeihen“ war, wurde als ein heilbringendes Zeichen verstanden. Das Papyrusdickicht galt außerdem als mythischer Ort der Göttin Hathor, wo sie ihren Sohn Horus fand und ihn in Kuhgestalt säugte.
I. Liao

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Hieroglyphischer Papyrus mit dem Totenbuch der Hausherrin Keku

Hieroglyphischer Papyrus mit dem Totenbuch der Hausherrin Keku

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper