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Herzskarabäus des Taya mit reliefierten Darstellungen auf dem Rücken

Ident. Nr.: ÄM 3455

ObjID: obj:594475

Details (expert)

Date(s)
19.–20. Dynastie
Datierung engl.: 19th–20th Dynasty
Additional titles
Collection title: Herzskarabäus des Taya mit reliefierten Darstellungen auf dem Rücken
Translation: Heart scarab of Taya
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 3,3 x 5,9 x 7,7 cm

Object Description

Eine sehr ausführliche Version des Totenbuchspruchs 30b befindet sich auf der ovalen Basis des Herzskarabäus des Taya. Bei diesem sticht die fein eingeritzte Dekoration auf dem Rücken ins Auge: Die Inschrift auf der rechten Flügeldecke bedeutet so viel wie „sich verwandeln“ und bezieht sich auf den Wunsch des Verstorbenen, nach dem Tod die Gestalt eines Phönix anzunehmen, der auf der linken Flügelseite abgebildet ist. Wie kein anderer Vogel symbolisiert der Phönix den Kreislauf von Tod und Wiedergeburt: Zunächst entsteht er beim Tod und steigt als Ba des Osiris in den Himmel empor, schließlich verkörpert er als Manifestation des Atum und des Re die nächtliche Gestalt des Sonnengottes bei seinem Eintritt in die Unterwelt, wie auch die morgendliche Erscheinung bei seinem Aufgang.
(S. Töpfer)

Last updated: 24.08.2026

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Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper