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Bettfuß in Gestalt eines Rinderbeines

Ident. Nr.: ÄM 8123

ObjID: obj:594509

Details (expert)

Involved
George Andrew Reisner (5.11.1867 - 6.6.1942),
Grabungsleiter*in
Walter Wreszinski (8.3.1880 - 9.4.1935),
Mäzen*atin
Dating
Kerma (Mittel/Obernubien)
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 34,5 x 13 x 4 cm

Object Description

Seit der frühen Kerma-Zeit sind Betten in ganz Nubien ein wichtiger Teil der Bestattungskultur, zumal sie neben der Keramik den Großteil der Funde ausmachen. Angesichts der Gebrauchsspuren nimmt der Ausgräber George A. Reisner eine vorherige Nutzung der Holzbetten, nubisch Angareb, im alltäglichen Gebrauch an. Auf diesen wurde der Verstorbene in Seitenlage mit angewinkelten Beinen bestattet.
In Kerma waren aufgrund von Zerfall und Insektenfraß zumeist nur noch Fragmente der Betten nachweisbar, welche aus einem rechteckigen Rahmen, der mit Lederriemen bespannt war, einem Fußbrett und vier Füßen bestanden. Letztere waren in Gestalt von Rinderbeinen geschnitzt und in Richtung des Kopfendes orientiert. Oft lässt sich eine detaillierte Fertigung der Hufe, Kniegelenke und Venen in aufwändig gearbeitetem Relief erkennen. Zudem wurde zwischen linken und rechten, sowie zwischen Hinter- und Vorderbeinen unterschieden. Mitunter war der schmale untere Teil des Fußes durch einen dekorativen Mantel aus Kupfer- oder Goldblech geschützt.
Dieser Bettfuß wurde bei einer der Nebenbestattungen im Grabtumulus K IV in Kerma gefunden.

Last updated: 14.11.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).