Logo

Bildhauerstudie eines Löwen

Ident. Nr.: ÄM 23007

ObjID: obj:598075

Details (expert)

Involved
Maurice Nahman (1868 - 1948),
Vorbesitzer*in
Dating
30. Dynastie–frühe Ptolemäerzeit
Genauer: Perserzeit - Ptolemäerzeit
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 12,5 x 14,8 x 3 cm

Object Description

In erhabenem Relief ist auf dem Kalksteinblock ein halb auf den Rücken liegender Löwe dargestellt, der seinen Kopf zu seinen Hinterbeinen beugt, um sich zwischen den Beinen zu lecken. Der Löwe in seiner schwungvollen Haltung ist detailliert ausgearbeitet. Die Muskulatur sowie der Löwenkopf mit weit geöffnetem Maul, scharfen Zähnen und ausgestreckter Zunge wurden sorgfältig ausmodelliert.
Das kleinformatige Kalksteinrelief wird als ein Bildhauermodell vom Ende der Spätzeit oder frühen Ptolemäerzeit verstanden. Dafür sprechen die horizontalen Hilfslinien, die nach der Reliefierung mit roter Tinte um und auf den Löwen gezeichnet wurden. Weitere Hilfslinien im Quadrantennetz sind unterhalb des Löwen auf den Basisstreifen eingeritzt. Sie geben die Proportionen des abgebildeten Löwen und die Positionierung seiner einzelnen Körperglieder an.
Entweder war das Objekt eine Bildhauerstudie, um die Verbildlichung der dynamischen Bewegung des Löwen zu üben, oder es wurde in der Bildhauerwerkstatt als Lehrmaterial genutzt. Bemerkenswert ist hier jedoch zu erwähnen, dass eine Löwendarstellung in dieser Haltung nicht zum ägyptischen standardisierten Bildrepertoire gehört, in dem der Löwe häufig ruhig liegend, schreitend, Feinde zertrampelnd oder beißend abgebildet wurde.
(I. Liao)

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).