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Bemalte Amphore mit horizontalen Henkeln

Ident. Nr.: ÄM 21326

ObjID: obj:598371

Details (expert)

Involved
Georg Möller (5.11.1876 - 2.10.1921),
Grabungsleiter*in
Dating
19. Dynastie
Geographical references
Material / Technique
Ton, gebrannt (Material); bemalt
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 25,4 x 14,9 cm

Object Description

Die Amphore mit zwei horizontalen Henkeln ist mit einer weißen Schicht überzogen und wurde anschließend polychrom bemalt. Eine Seite des Halses ist im oberen Bereich mit einem Band gelb bemalter Lotusblätter und im unteren Teil mit einem Schachbrettmuster dekoriert. Bänder aus schmalen Blütenblättern zieren die eine Hälfte des Gefäßkörpers, auf der eine blaue Lotusblüte zwischen zwei Knospen herabhängt. Auf der anderen Gefäßseite sind lediglich an den Henkeln gebundene Kordeln in roter Farbe aufgemalt. Das farbige Dekor bildet den Blumenschmuck nach, der bei festlichen Anlässen um die Gefäße gelegt wurde. Die großflächig aufgemalten Motive ohne detaillierte Innenzeichnung auf hellem Untergrund gehören zur charakteristischen Gefäßdekoration der frühen Ramessidenzeit.
Da die Bemalung erst nach dem Brand aufgetragen wurde, ist sie relativ instabil und leicht von der Oberfläche abreibbar. Die Amphore ist daher für den tatsächlichen Gebrauch zur Aufbewahrung bzw. Bereitstellung von Flüssigkeit ungeeignet. Solche Keramikgefäße mit polychromer Kaltbemalung dienten wahrscheinlich ausschließlich dekorativen Zwecken. Die lediglich auf der Schauseite umfänglich bemalte Dekoration unterstützt diese Vermutung. Die Amphoren konnten aber auch als Beigaben für Begräbnisse eine wichtige Rolle gespielt haben.
Leider ist der genaue Fundkontext der Amphore, die 1913 in der Arbeitersiedlung Deir el-Medine entdeckt wurde, nicht ausreichend dokumentiert. Wenn man jedoch die verzeichneten Herkunftsangaben der Funde betrachtet, die in derselben Kampagne ausgegrabenen wurden, liegt die Vermutung nahe, dass diese Amphore und das sehr ähnliche Exemplar ÄM 21327 aus einem funerären Kontext stammen und zwar vom westlichen Friedhof der Siedlung.
(I. Liao)

Last updated: 24.03.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).