Logo

Statuette des sitzenden Har-pa-chered

Ident. Nr.: ÄM 22278

ObjID: obj:598800

Details (expert)

Involved
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Dating
Spätzeit
Geographical references
Material / Technique
Bronze (Material / Metall)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 15,3 x 4,3 x 5 cm

Object Description

Der Kindgott Har-pa-chered (wörtlich Horus-das-Kind) ist hier in sitzender Haltung und unbekleidet dargestellt. Er trägt ein Nemeskopftuch, an dessen rechter Seite die Jugendlocke herabfällt. Auf dem Kopftuch befindet sich zudem die Hemhem-Krone, die aus einem Widdergehörn besteht, auf der drei Bündelkronen mit Straußenfedern und aufgerichtete Uräen mit Sonnenscheibe platziert sind. Sowohl die Hemhem-Krone als auch das Nemeskopftuch beinhalten Regenerations- und Sonnensymbolik. Der Zeigefinger seiner rechten Hand ist zum Mund geführt.
In Hermupolis auf dem Westufer des Nils wurde Har-pa-chered ab der Spätzeit in familiärer Beziehung inschriftlich erwähnt. In dieser Konstellation wurde er dort als kindlicher Sohn des Gottespaares Osiris und Isis verehrt. Die drei in Tell el-Amarna gefundenen Statuetten von Osiris (ÄM 22276), Isis lactans (ÄM 22277) und Har-pa-chered, war en vermutlich Votivgaben und könnten als Hinweis auf den Kult der Göttertriade Osiris, Isis und Har-pa-chered auch in Tell el-Amarna ab der Spätzeit und in der Ptolemäerzeit verstanden werden. Dem Kindgott, der mythologisch der Thronfolger seines verstorbenen Vaters ist und über alle Ressourcen des Landes verfügt, könnten die Aspekte Kind, Erbe, Nahrungsspender sowie das Symbol für Regeneration zugewiesen werden.
(I. Liao)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).