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Fragment einer Elle

Ident. Nr.: ÄM 7358

ObjID: obj:601141

Details (expert)

Dating
19.–20. Dynastie
Datierung engl.: 19th/20th Dynasty
Additional titles
Collection title: Fragment einer Elle
Translation: Fragment of a cubit rod
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 4,8 x 11,3 x 3,1 cm

Object Description

Die Königselle bildete im Alten Ägypten das Ausgangsmaß für alle weiteren Messeinheiten. Sie misst in ihrer vollständigen Form 52,3 cm in der Länge. Dieses Exemplar hatte die Form eines fünfkantigen Lineals. Erhalten ist nur der linke, äußere Rand dieser Zeremonial-Königselle aus feinstem Kalkstein. Auf Seite A ist noch der Rest einer Inschrift zu lesen: "(…) von der Quelle des Nil bis nach Norden, indem (sie – die Elle?) gemacht ist als (lebendiger Strick?) (…)". Darunter sind von rechts nach links noch die Götter Onuris, Horus, Schepsj, Min und W erhalten. Sie sind als Beschützer der darunterliegenden (Seite B) Gaue von Memphites, Letopolis, Westgau, südliches Sais, nördliches Sais und Xois wiedergegeben. Auf Seite C folgt die erste Längenmaßunterteilung in Hand- und Fingerbreiten sowie eine stark zerstörte Inschrift. Auf Seite D ist die Fläche unterteilt in (1) eine chronometrische Tabelle, (2) eine Inschrift und (3) weitere Maßangaben. Seite E zeigt, genau wie Seite B, Gauzeichen mit ihrer weitesten geografischen Ausdehnung an. Auf der Lateralseite F war vermutlich eine typisch apotropäische Formel angebracht, die den Besitzer vor Unheil bewahren sollte. Zu erkennen ist dies an Hieroglyphenresten, die aufgrund der starken Zerstörungen nur mithilfe von RTI (Reflectance Transformation Imaging) sichtbar gemacht werden konnten. Die Zeremonial-Ellen waren wohl nicht für den alltäglichen Gebrauch gedacht, sondern dienten als königliche Auszeichnung oder Opfergabe speziell für Architekten und Arbeiter oder wurden für Zeremonien verwendet. Aufgrund fehlender Inschriften ist unser Exemplar keinem sicher belegten Besitzer zuzuweisen. Die feine Verarbeitung und das außergewöhnlich gute Material lassen allerdings vermuten, dass es sich um ein Geschenk bzw. eine Opfergabe für einen Bauherrn oder Architekten handelte. Eng mit derartigen Objekten war der Gott Thot verbunden, der auch als „Herr der Elle“ galt. Ihm waren nicht nur das Wiegen des Herzens beim Totengericht (TB 125) und die Schreibkunst zugewiesen, sondern auch die Vermessung und der Bau von Architektur.
(A. Weber)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).