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Büste eines Königs

Ident. Nr.: ÄM 8957

ObjID: obj:601492

Details (expert)

Dating
30. Dynastie–frühe Ptolemäerzeit
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 10,8 x 10,3 x 5,4 cm

Object Description

Die kleinformatige Büste wurde bewusst als ein Bildhauermodell in einem unfertigen Bearbeitungsstadium gelassen. Die für eine Rundplastik zu geringe Tiefe des Stücks spricht bereits dafür, dass es nicht als eine vollständige Statue geplant war. Auch wenn es insgesamt nur grob behauen zu sein scheint, sind alle charakteristischen Merkmale des Dargestellten ausgearbeitet. Man kann die dargestellte Person anhand der Konturen eines Nemes-Kopftuchs mit der hier noch blockhaft versehenen Uräusschlange auf der Stirn als einen ägyptischen König identifizieren. Auf der Rückseite, an den beiden Seiten sowie auf dem für die Uräusschlange vorgesehenen Block sind zudem eingeritzte Hilfslinien von einem Quadrantnetz zu erkennen. Die Meißelspuren auf der Oberfläche geben – zumindest einem erfahrenen Bildhauer – Hinweise auf die einzelnen Arbeitsschritte.
Die ägyptischen Abbilder der Könige sind streng dem epochenbedingten Proportionskanon unterworfen. Die Hilfslinien auf der Modellbüste, vor allem die auf der Rückseite, dienten dazu, die kanonischen Proportionen einer vollständigen Königsbüste sowie die Positionierungen der einzelnen Details vorzugeben. Das kleine Bildhauermodell einer Königsbüste könnte als ein Modell oder Vorstudie für eine größere Königsrundplastik verwendet worden sein. Ebenso ist es möglich, dass es sich hierbei um ein Lehrmodell aus einer ägyptischen Bildhauerwerkstatt handelt.
(I. Liao)

Last updated: 31.10.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).