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Kniefigur Sobekhotep V.

Ident. Nr.: ÄM 10645

ObjID: obj:605988

Details (expert)

Involved
Todrus Bulos (1856 - 1898),
Vorbesitzer*in
Dating
Historische Datierung: Sebekhotpe V. (Sebekhotep V.)
Geographical references
Material / Technique
Granit (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 46 x 17 x 20,5 cm

Object Description

Die Granitstatuette zeigt einen knienden König beim Weinopfer. Das Nemes-Kopftuch und der dreiteilige Königsschurz sind ikonographische Merkmale, mit denen man den Dargestellten eindeutig als König identifizieren kann. In den Händen hält er kugelförmige Weingefäße – die sogenannten nw-Töpfe, wobei der linke Unterarm zusammen mit dem nw-Topf weggebrochen ist. Auf dem vorderen Rand der Basisplatte, auf der der König kniet, ist eine hieroglyphische Inschrift zu erkennen. Sie lautet: „Der vollkommene Gott Cha-hetep-Ra, geliebt von Satet, der Herrin von Elephantine.“
Diese Kniefigur kam zuerst in unvollständigem Zustand in die Berliner Sammlung. Der vordere Teil der Basisplatte mit der Inschrift fehlte. Erst 1990 konnten zwei dazu gehörige Fragmente im Magazin des Bostoner Museum of Fine Arts identifiziert werden. Die Inschrift gibt uns Hinweise darauf, dass diese Statuette vom König Sebekhotep V. aus der 13. Dynastie ursprünglich für das Heiligtum der Göttin Satet auf der Insel Elephantine gestiftet wurde. Allerdings wurden die beiden Bostoner Fragmente in den Jahren 1913/14 von Georg Reisner als Hortfund in einer "Cachette" mit anderen ägyptischen Statuen in einem tortenähnlichen Grab (Tumulus) in Kerma ausgegraben. Vermutlich gelangten die für Elephantine angefertigte Statuette des Sobekhotep V. sowie andere ägyptische Statuen des späten Mittleren Reiches und der Zweiten Zwischenzeit als Kriegsbeute nach Kerma. Dort dienten sie wohl zur Machtdemonstration der lokalen Herrscher.
(I. Liao/J. Helmbold-Doyé)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).