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Stand-Schreitfigur eines Mannes

Ident. Nr.: ÄM 16600

ObjID: obj:606196

Details (expert)

Involved
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
Dating
Historische Datierung: Sesostris II.
Datierung engl.: Senwosret II
Additional titles
Collection title: Stand-Schreitfigur eines Mannes
Translation: Standing/striding male figure
Geographical references
Material / Technique
Holz (Material)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 10,2 x 2,9 x 4 cm

Object Description

Der Typus der Stand-Schreitfigur ist seit Beginn der ägyptischen Geschichte gleichermaßen für Privatpersonen und Könige, sowohl im Alltag als auch bei der Grabausstattung belegt. Diese kleine Figur, die in einem Grab direkt bei der Mumie gefunden wurde, repräsentiert den Verstorbenen, der mit diesem Ersatzkörper im Jenseits weiterleben wollte. Die Besonderheit des Stand-Schreitmotives ist das weit nach vorne ausgreifende linke Bein, dessen gesamte Fußsohle den Boden berührt. Dadurch wurde das Bein künstlich gelenkt, und es entsteht der Eindruck einer besonderen Dynamik, einerseits stabil stehend, andererseits aktiv ausgreifend.
O. Zorn

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).