Logo

Armschmuck mit dem widderköpfigen Gott Amun in einem Schrein

Ident. Nr.: ÄM 1644

ObjID: obj:606325

Details (expert)

Date(s)
Amanishakheto (Amanischacheto)
Additional titles
Collection title: Armschmuck mit dem widderköpfigen Gott Amun in einem Schrein
Translation: Bracelet with the ram-headed god Amun in a shrine
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 3,16 x 10,45 x 6,85 cm

Object Description

„Im Jahre 1834 fand der italienische Arzt G. Ferlini bei „Ausgrabungen“ im oberen Teil einer der größten Pyramiden von Meroë eine kleine Kammer mit einer Bahre und einer Fülle von Beigaben, zumeist kostbare Schmuckstücke aus dem Besitz der Kandake Amanishakheto, die unter der Pyramide begraben lag: 10 Armbänder, 9 „Schildringe“, 67 Siegelringe, zwei Armkettchen und zahlreiche Amulette und Teile von viergliedrigen Halsketten oder Schulterkragen. Der Fund wurde zunächst als gefälscht verdächtigt; erst 1844, als C. R. Lepsius in Meroë die Auffindung von beteiligten Ortsansässigen bestätigt erhielt, wurde der größte Teil für Berlin angekauft; ein anderer Teil war schon vorher von König Ludwig I. von Bayern erworben worden.
Amanishakheto war eine derjenigen Kandakes, „Königsmütter“, des Reiches von Kusch, die gleichzeitig auch den Titel „Herrscher“, „König“ führten, wahrscheinlich die Gegnerin des Kaisers Augustus in einem Kriege 24-21 v. Chr. Die Schmuckstücke gehören zu den kostbarsten Zeugnissen des meroitischen Kunstgewerbes, sicherlich sind es keine ägyptischen Arbeiten. Einige Stücke sind hellenistische Erzeugnisse.
Jedes der Armbänder besteht aus zwei Hälften, die verbindenden Scharniere sind mit Götterdarstellungen verdeckt. Auf dem abgebildeten Stück ist es ein winziger Kopf des Gottes Amun als Widder auf einer großen „Aegis“, eines stilisierten Schulterkragen, vor einem Tempeltor auf einem hohen Untersatz. Die Ornamentierung der Armbandflächen wird durch kleine getrieben Figuren (Uräen, Rosetten) und Muster in Zellenschmelzarbeit gebildet.“
Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 264 (Kat. 161).

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Hieroglyphischer Papyrus mit dem Totenbuch der Hausherrin Keku

Hieroglyphischer Papyrus mit dem Totenbuch der Hausherrin Keku

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper