Logo

Familiengruppe, Augen des Mannes mit Einlagen

Ident. Nr.: ÄM 10123

ObjID: obj:606404

Details (expert)

Creator/Entity
Ambroise Baudry (1838–1906),
Vorbesitzer*in
Adolf Erman (1899),
Kaufvermittler*in
L. Paul Philip Dutilh,
Kaufvermittler*in
Date(s)
Historische Datierung: 5. Dynastie
2450 v. Chr.–2400 v. Chr.
Additional titles
Collection title: Familiengruppe, Augen des Mannes mit Einlagen
Translation: Family group, eyes of the man with inlays
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein, bemalt; Kupfer; Stein, schwarz, weiß
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 61 x 27 x 35,5 cm

Object Description

Die gemeinsame Bestattung von Mann und Frau, aber auch von Mutter und Sohn, ist außerordentlich häufig belegt. In den Reliefs der Kultkammern der Gräber des Alten Reiches finden sich zahlreiche Darstellungen, die dies belegen. Meist werden die Eltern, umgeben von den Kindern, oder nur der Mann, an dessen Seite seine Ehefrau, Söhne und Töchter zu finden sind, abgebildet.
Aber auch die Gruppenplastik als verewigendes Bild der Familie ist seit dem Alten Reich sehr beliebt.
Die hier gezeigte teilweise ergänzte Familiengruppe wird von der Figur des Mannes bestimmt. Er ist lediglich mit einem etwa knielangen Schurz sowie einer kurzen Löckchenperücke bekleidet und sitzt aufrecht auf einem Hocker. Neben seinen Beinen befindet sich zu seiner rechten Seite eine hockende Frauenfigur. Sie trägt ein knöchellanges Gewand und umfasst mit ihrem linken Arm den Unterschenkel des Mannes. Wahrscheinlich handelt es sich um die Ehefrau, es könnte jedoch auch eine Tochter sein. Links steht ein Sohn, der, wie bei Darstellungen von Kindern und Jugendlichen üblich, nackt und mit der sogenannten Jugendlocke abgebildet ist. Auch er umfasst die Wade seines Vaters.
Die Gesichtszüge von Mann und Frau sind in ihrer runden Ausprägung typisch für die 5. Dynastie und ohne Versuch irgendeiner detaillierteren physiognomischen Gestaltung und Differenzierung. Die Augenlider des Mannes sind aus Kupfer eingelegt, die Augen aus schwarzem und weißem Stein. Die Bemalung ist teilweise erhalten.
Aufgrund des Fehlens einer Inschrift kann über die Identität und den Rang der dargestellten Personen keine Auskunft gegeben werden. Auch ist nicht über den Fundort der Gruppenplastik bekannt. Vergleichbare Stücke wurden in Mastaba-Gräbern auf den Beamtenfriedhöfen in Giza und Saqqara gefunden.

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Hieroglyphischer Papyrus mit dem Totenbuch der Hausherrin Keku

Hieroglyphischer Papyrus mit dem Totenbuch der Hausherrin Keku

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

Demotischer Papyrus mit einem Brief des Satrapen Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine (Pherendates-Korrespondenz)

Demotischer Papyrus mit einem Brief des Satrapen Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine (Pherendates-Korrespondenz)

Dieser demotische Brief datiert in die 27. Dynastie des Alten Ägypten, genauer auf den 21. April 492, und stammt von der Nilinsel Elephantine. Es handelt sich um den Brief des persischen Statthalters (Satrapen) Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine, nach welchen Kriterien der persische König Dareios I. eine Person als ungeeignet für die Ausübung des Amtes eines Wab-Priesters hält. Hier zeigt sich, dass der persische Herrscher mit den ägyptischen Priestern zusammenarbeitete, sich aber seine Entscheidungsbefugnisse bezüglich der Besetzung von Priesterstellen nicht nehmen ließ. Der Brief wurde nach der Interpretation von Karl-Theodor Zauzich geschrieben von Satibar , während Wahibre als Gegenzeichner fungierte.Papyrus war ein sehr beliebtes jedoch teures Schreibmaterial im Alten Ägypten. Dieser Papyrus stammt von der Nilinsel Elephantine in Ägypten und wurde während der Ausgrabungen der damals Königlichen Museen durch Otto Rubensohn und Friedrich Zucker zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Die hier verwendete Schrift ist das sogenannte Demotische. Dabei handelt es sich um eine sehr verkürzte Kursivschrift des Alten Ägypters, die gerade in persischer und griechisch-römischer Zeit eingesetzt wurde. Von der Nilinsel Elephantine stammen zahlreiche demotische Papyri und Ostraka dieses Zeithorizonts.http://elephantine.smb.museum/record/ID100460V. Lepper / J. Moje