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Fußreif mit eingraviertem Muster

Ident. Nr.: ÄM 21728

ObjID: obj:606463

Details (expert)

Creator/Entity
Francis Llewellyn Griffith (27.5.1862 - 14.3.1934),
Grabungsleiter*in
Date(s)
Historische Datierung: Meroitisch bis Post-Meroitisch
Geographical references
Material / Technique
Bronze (Material / Metall)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 4,3 x 12,6 x 12,6 cm

Object Description

Zusammen mit einem weiteren Reif in gleicher Ausführung (ÄM 20980) wurde der massive Bronzefußreif mit 12,6 cm Durchmesser im Grab 317 des spätmeroitischen Friedhofs in Faras ausgegraben. Der Reif ist in seiner Form nicht komplett geschlossen. Die um wenige Millimeter auseinanderstehenden Enden sind mit gleichem, symmetrisch angeordnetem Muster dekoriert. Auf Gruppen von jeweils vier Zickzacklinien folgt ein aus zwei einfachen Linien bestehendes Band. Direkt anschließend ist ein breites, netzartiges Rautenmuster zu erkennen, das wiederum durch eine Doppellinie von dem anderen Muster abgegrenzt wird. Die in Vierergruppen angeordneten Zickzacklinien zieren das Band. Den Abschluss der Verzierungen bilden Dreiecke, die sich an ihrer Basis berühren und mit kurzen vertikalen Strichen ausgefüllt sind. Sehr wahrscheinlich wurde das Dekor bereits im Gussmodell angelegt und anschließend gepunzt.
In Faras im Norden des heutigen Sudan wurde zwischen 1910 und 1912 von dem Archäologen Francis Llewellyn Griffith ein spätmeroitischer Friedhof freigelegt. Die meisten dortigen Gräber wurden zwischen dem 3. und 5. Jh. n. Chr. angelegt. Aus fünf (176, 194, 317, 385A, 582) der nahezu 3000 Gräber sind solche massiven Reife unterschiedlicher Größe bekannt, welche die gleiche Form mit sehr ähnlichem Dekor aufweisen. In den fünf Gräbern, in denen jeweils nur ein Individuum bestattet wurde, wurden sie zwischen Knien und Fußfesseln der Verstorbenen deponiert.
Da das Objekt über 1,7 kg wiegt, ist kaum vorstellbar, dass es für längere Zeit um die Fesseln getragen wurde. Es handelt sich dabei vermutlich weniger um Schmuck als vielmehr um prämonetäres Artefakt aus einer spezialisierten Bronzewerkstatt, dessen Wert sich wohl im Gewicht widergespiegelt hat. Fußreife dieser Art dienten somit als luxuriöse Grabbeigaben.
(I. Liao nach: Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J., Luxus, in: Finneiser, K. / Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J. / Zorn, O., Alltag – Luxus – Schutz. Schmuck im Alten Ägypten. Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin, 27. September 2014 – 31. Mai 2015, Berlin 2015, S. 53ff.)

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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