Logo

Kopf einer meroitischen Ba-Statue

Ident. Nr.: ÄM 22641

ObjID: obj:606475

Details (expert)

Involved
Heinrich Schäfer (29.10.1868 - 6.4.1957),
Vorbesitzer*in
Dating
Historische Datierung: "Spät"-Meroitisch
Datierung engl.: Late Meroitic
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 19,5 x 12 x 13,5 cm

Object Description

Der menschliche Kopf aus Sandstein gehört der Gruppe der Ba-Statuen an (vgl. ÄM 22640). Solche Köpfe existieren in kleinem Maßstab und konnten separat auf den Körper einer Ba-Statue gesetzt werden. Großformatige Exemplare, wie dieses Objekt, ersetzten wahrscheinlich die Statue selbst und wurden ausschließlich auf den Kopf reduziert.
Der Kopf sitzt auf einem langen, geraden Hals und ist von schmaler Form. Neben kleinen Abstoßungen ist lediglich die Nase schwerer beschädigt. Auffallend sind der kleine Mund mit seinen kurzen, breiten Lippen sowie die leicht abstehenden Ohren. Die Augen stehen verhältnismäßig eng zusammen und die Pupillen wurden durch den anstehenden Stein hervorgehoben, sodass der typische starre Blick dieser Objektgruppe zum Vorschein kommt. An der Stirn ist möglicherweise der Haaransatz durch eine Kante vom Rest des Kopfes abgegrenzt, der sich auf der linken Seite bis zum oberen Ende des Ohres zieht. Die sogenannten Ersatzköpfe des Alten Reiches weisen eine ähnliche Ritzlinie auf, aber auch dort ist die Bedeutung ungeklärt. Über den Haaren ist ein horizontal verlaufendes Band erkennbar, welches bei Vergleichsstücken in ausgeschmückter Form als Diadem interpretiert wird. An vielen Stellen, vor allem in den Einkerbungen, sind Reste roter Farbe erhalten. Auch die Augen weisen Farbspuren auf, so wurde die Pupille in schwarz gehalten und setzt sich so vom restlichen, in weiß bemalten, Auge ab.
Vergleichsstücke weisen oben auf dem Kopf des Öfteren ein Loch auf, in welches eine separat gearbeitete Sonnenscheibe eingesetzt werden konnte.
(N. Overesch)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).