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Portraitkopf Ptolemaios IX. Soter II.

Ident. Nr.: ÄM 14079

ObjID: obj:606570

Details (expert)

Involved
Friedrich Wilhelm von Bissing (22.4.1873 - 12.1.1956),
Käufer*in
Dating
Ptolemaios IX. Philometor Sotêr (Soter)
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 27 x 20 x 28,5 cm

Object Description

Dieser Portraitkopf ist auf den ersten Blick durch den Bart, das lockige Haar, das von einem Diademreif geziert wird, sowie den grimmigen Blick eher einem römischen als einem ägyptischen Herrscher zuzuordnen. Deshalb wurde er auch lange Zeit für die Darstellung des Kaisers Caracalla gehalten. Einige Merkmale sind aber charakteristisch für die ägyptische Skulptur: das Material Rosengranit, das in Assuan gewonnen wurde sowie der Rückenpfeiler auf dem sich die Reste der Königstitulatur in Hieroglyphen verfasst befunden haben. Die Inschrift bietet jedoch keinerlei Datierungshinweis, denn der Horusname ist noch für römische Pharaonen kanonisch. Trotz der fehlenden eindeutigen Gesichtszüge lässt sich der Kopf auf Grund der kontrahierten Stirn und des Backen- sowie Kinnbartes im Vergleich zu anderen Darstellungen als Portrait Ptolemaios' IX. erkennen.
(J. Helmbold-Doyé)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).