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Schreiberstatue des Domänenverwalters Der-senedj

Ident. Nr.: ÄM 15701

ObjID: obj:606592

Details (expert)

Involved
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Käufer*in
Dating
5. Dynastie
Additional titles
Collection title: Schreiberstatue des Domänenverwalters Der-senedj
Translation: The scribe of the granary Der-senedj as a scribe
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 68,2 x 51 x 46 cm

Object Description

Schreiberstatuen sind seit der 4. Dynastie belegt. In ihnen wird der Dargestellte als dienstbereiter Beamter und zugleich als Lese- und Schreibkundiger abgebildet. Dersenedj sitzt mit untergeschlagenen Beinen und hält mit der linken Hand das auf dem Schurz ausgebreitete Papyrusblatt, auf das er die rechte Hand gesetzt hat mit der Fingerhaltung, die die (nicht dargestellte) Schreibbinse über das Blatt führt. Der Oberkörper ist muskulös, der Kopf sitzt direkt auf den breiten Schultern und wird von einer schulterlangen Perücke eingefasst. Das ovale, großflächige Gesicht wirkt gelassen, ohne jeden Versuch einer Charakterisierung oder Individualisierung. Titel und Namen des "Scheunenschreibers und Domänenverwalters" sind in der Art auf das Papyrusblatt gesetzt worden, dass der vor der Figur Stehende sie lesen kann.

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).