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Standfigur des Meh-Chonsu (Mx-Cnzw), eine Osirisfigur haltend (Theophor)

Ident. Nr.: ÄM 23732

ObjID: obj:606618

Details (expert)

Involved
Friedrich Wilhelm von Bissing (22.4.1873 - 12.1.1956),
Vorbesitzer*in
Dating
Historische Datierung: 22. Dynastie (Unterägypisch-Libyer)
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 30,5 x 8,4 x 10,4 cm

Object Description

Die qualitativ sehr gut bearbeitete Bronzestatuette eines Gottesvaters des Chons namens Meh-Chonsu stellt den kahlköpfigen Priester in schreitender Haltung dar, der in einem langen, plissierten Schurz mit Vorbau, glattem Ärmelhemd und Sandalen gekleidet ist. Um seinen Hals hängt ein Amulett in Form des falkenköpfigen Mondgottes Chons. Seine Hände liegen auf dem Vorderteil des Schurzes und berühren fast die Schultern einer Osirisstatuette, die sich vorne halbrundplastisch auf dem Schurz befindet. Auf der rechten Seite des Schurzes ist außerdem im erhabenen Relief ein Priester mit einem Räucherarm in seiner rechten Hand dargestellt; auf der anderen Seite sieht man noch einmal denselben Priester im erhabenen Relief, der zwei kugelartige Objekte in den Händen hält. Die Beischriften nennen ihn als Pa-scheri-(en)-Iset. Auf dem Oberkörper des Meh-Chonsu sind weitere, feine Dekorationen in Gravuren vorhanden. Auf dem Rücken ist in einem rechteckigen Bildfeld die Götterfamilie Osiris, Horus und Isis unter einer Himmelshieroglyphe dargestellt. Auf den Ärmeln des Hemdes sieht man rechts den menschengestaltigen Amun-Re mit Doppelfederkrone und links den ithyphallischen Amun von Luxor.
Die theophore Statuette des Meh-Chonsu zeigt eine Darstellung des Darbringens einer Götterfigur bzw. des Beschütztseins durch den Gott Osiris, wobei er auch von anderen dargestellten Gottheiten, wie Chons und Amun, beschützt ist. Der an den Körperseiten dargestellte Priester Pa-scheri-(en)-Iset, höchstwahrscheinlich ein Familienangehöriger des Meh-Chonsu, opfert gleichzeitig dem Gott Osiris sowie dem Besitzer der Statuette Meh-Chonsu. ÄM 23732 gehört zu einer relativ kleinen Gruppe von besonders qualitätsvoll tauschierten Metallstatuen der Dritten Zwischenzeit. Die separat angefertigten Arme sind ebenfalls typisch für ihre Entstehungszeit.
(I. Liao)

Last updated: 11.03.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).